• Thema Stalinismus

Die Toten von Butowo

Erschossen in den Jahren 1937/38 - Opfer des »Großen Terrors« in der UdSSR

Von der Moskauer Forscherin Natalia Mussienko erhielt ND eine weitere, nach Veröffentlichungen des Moskauer Andrej-Sacharow-Zentrums erarbeitete Liste mit den Namen und Daten deutscher Kommunisten, Facharbeiter, Intellektueller (teils in anderen europäischen Ländern geboren), die Opfer Stalinschen Terrors geworden und in Butowo bei Moskau 1937/38 erschossen worden sind. Die Übersetzung besorgte Ulla Plener. Da die Namen aus dem Russischen rückübersetzt sind, ist deren Schreibweise nicht immer sicher.
Albrecht, Boris (Bruno), Vater Andre, geb. 1892 in Riga, KPD, mittlere Schulbildung; Leiter einer Schuhmacherei, zuletzt wohnhaft in Moskau, Fili, Werk Nr. 22. Verhaftet am 4. August 1937, beschuldigt der antisowjetischen Agitation, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 24. August 1959.

Bachert, Michael, Vater August, geb. in Polen, parteilos, Grundschulbildung; Tischler im Gluchowoer Baumwollkombinat, zuletzt wohnhaft in Noginsk, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 5. März 1938; beschuldigt konterrevolutionärer Tätigkeit, am 4. Juli 1938 erschossen. Rehabilitiert am 31. März 1960.

Baumert, Wilhelm, Vater Ferdinand; alias Bulian Otto, geb. 1886 in Polen, zuletzt KPdSU, mittlere Schulbildung; Mechaniker im Werk für Elektroausstattung von Kraftwagen und Traktoren, zuletzt wohnhaft in Moskau, Matrosskaja Tischina 16a. Verhaftet am 4. Februar 1938; beschuldigt der Spionage, am 10. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 15. September 1989.

Bel(l)haus, Rudolf, Vater Johann, geb. 1903 in Polen, zuletzt KPdSU, Grundschulbildung; Mechaniker beim Transgrashdanstroj, zuletzt wohnhaft in Moskau, Perwomajskij projezd 41. Verhaftet am 16. September 1937; der Spionage beschuldigt, am 14. Oktober 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. September 1989.

Bet(h)ke, Adolf, Vater Alexander, geb. 1898 in Polen, parteilos, Grundschulbildung; Arbeiter am Schmelzofen in der Fabrik »Kardolenta«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Novo-Basmannaja uliza 10. Verhaftet am 28. März 1938; beschuldigt der Spionage für Polen, am 7. Juni 1938 erschossen. Rehabilitiert am 3. März 1958.

Biller, Camilla, Vater Julius, geb. 1887 in Warschau, parteilos, Grundschulbildung; Serviererin im Pelmeni-Imbiss Nr. 11, zuletzt wohnhaft in Moskau, Kl. Komsomolskaja Gasse 5. Verhaftet am 27. August 1937; beschuldigt der Mitgliedschaft in der »Polnischen Militärorganisation« (POW), am 3. November 1937 erschossen. Rehabilitiert am 22. September 1958.

Böhmer (Behmer?), Wilhelm, Vater Wilhelm, geb. 1901 in der Tschechoslowakei, parteilos, mittlere Schulbildung; Mechaniker im Werk »Elektrostahl«, zuletzt wohnhaft in der Siedlung Elektrostal 8. Verhaftet am 15. November 1937; beschuldigt der Spionage, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989.

Boros, Làszlò F.*, Vater Theodor, geb. 1895 in Ungarn, Hochschulbildung, seit 1919 KPD, 1933 in die UdSSR; Mitarbeiter des Verlages ausländischer Arbeiter, zuletzt wohnhaft in Moskau, Kapelskij pereulok, 13. Verhaftet am 12. März 1938; beschuldigt der Spionage, am 22. Mai 1938 zum Tode verurteilt, am 3. Juni 1938 erschossen. Rehabilitiert am 30. April 1957.

Brandt, Richard, Vater Georg, geb. 1910 in Polen, parteilos, mittlere Schulbildung, Journalist bei der »Deutschen Zentral-Zeitung« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, Shidkow pereulok 12/2. Verhaftet am 11. März 1938; beschuldigt der Spionage, am 10. September 1938 erschossen. Rehabilitiert am 21. Juli 1956.

Bresler, Rosalia, Vater Adam, geb. 1898 in Warschau, 1919-1928 in Deutschland und Österreich, arbeitete in der Handelsvertretung der UdSSR, Mitglied der KPD und KPÖ, dann KPdSU, mittlere Schulbildung; Leiterin der Korrespondenzabteilung der »Deutschen Zentral-Zeitung«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Dangauerowskaja sloboda 111. Verhaftet am 21. September 1937; beschuldigt konterrevolutionärer Tätigkeit, am 4. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989.

Butkow, Isaak, Vater Moses, alias Schuman Jan, geb. 1909 in Polen, Absolvent des Bauhauses in Dessau, 1929-1932 Mitglied der KPD, seit 1932 in der UdSSR; Architekt bei der Verwaltung des Kanals Moskau-Wolga, zuletzt wohnhaft in Pererva, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 27. September 1937; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 2. Oktober 1938 erschossen. Rehabilitiert am 26. September 1957.

Di(e?)manstein, Hermann, Vater Franz, geb. 1896 in Österreich, parteilos, Grundschulbildung; Hausmeister des Werkes »Reduktor«, zuletzt wohnhaft in Moskau, ulica Petrowka 8/11. Verhaftet am 17. Februar 1938; beschuldigt der Teilnahme an einer terroristischen Spionageorganisation, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 8. Juli 1957.

Durand, Jaques, geb. 1909 in Polen, Franzose, seit 1932 KPD, mittlere Schulbildung; Schlosser im Autowerk »Stalin«, zuletzt wohnhaft in der Siedlung (des Autowerkes) Kolomenskij 21. Verhaftet am 3. Februar 1938; beschuldigt der Teilnahme an konterrevolutionärer Spionagetätigkeit zugunsten eines ausländischen Staates, am 28. Mai 1938 erschossen. Rehabilitiert am 27. Mai 1958.

Engel, Leo, Vater Adolf, geb. 1903 in Wien, parteilos, Hochschulbildung; Mitarbeiter im Institut für Stickstoff in Moskau, zuletzt wohnhaft in Lossinoostrowsk, 1. Medwedkowskaja linija 28, Moskauer Gebiets. Verhaftet am 15. März 1938; beschuldigt der Spionage für den deutschen Nachrichtendienst, am 29. Mai 1938 erschossen. Rehabilitiert am 8. August 1956.

Feyerherd, Wilhelm, Vater Karl, geb. 1901 in Kischinjow/Rumänien KPD, mittlere Schulbildung; Konsultant im Werk für Lacke-Farben-Rohstoffe, zuletzt wohnhaft in Moskau, 1. Ostankinskaja 41/9. Verhaftet am 16. Februar 1938; beschuldigt provokatorischer Tätigkeit in der KPD und der terroristischen Spionage- und Diversionstätigkeit zu Gunsten Deutschlands, am 28. Mai 1939 erschossen. Rehabilitiert am 29. September 1989.

Feyerherd-Schulz, Alexander, Vater Karl, geb. 1903 in Kischinjow, KPD, Grundschulbildung; Kraftfahrer bei der Abteilung für internationale Verbindungen (OMS) der Komintern, zuletzt wohnhaft in Moskau, Smolenskaja uliza 18a. Verhaftet am 13. März 1938; beschuldigt der Spionagetätigkeit für Deutschland, am 16. August erschossen. Rehabilitiert am 31. Oktober 1955.

Fodor, Johann, Vater Johann, geb. 1901 in Ungarn, 1918-1920 KPU, 1920-1922 KPD, 1927-1930 KPdSU, Hochschulbildung; ehem. Leiter der Informationsabteilung bei der »Deutschen Zentral-Zeitung« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, Wystawotschnyj pereulok 16a. Verhaftet am 27. Januar 1938; beschuldigt der Spionagetätigkeit für Deutschland, am 28. Mai 1938 erschossen. Rehabilitiert am 6. September 1956.

Gärtner (Hertner?), Eduard, Vater Konrad, geb. 1889, zuletzt KPdSU, mittlere Schulbildung; Einrichter von Holzbearbeitungsmaschinen im Werk Nr. 219, zuletzt wohnhaft in Moskau, ulica Olenij wal 20. Verhaftet am 28. Februar 1938; beschuldigt der Spionage zu Gunsten der CSR, am 10. September 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989.

Galperin, David, Vater Lasar, geb. 1891 im Wolynsker Gouvernement, mittlere Schulbildung; Mitglied der deutschen Sektion der Komintern, Mitarbeiter in der Tabakfabrik »Jawa«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Suschtschowskij wal 6. Verhaftet am 3. August 1937; beschuldigt der Spionagetätigkeit zu Gunsten eines ausländischen Staates, am 3. November 1938 erschossen. Rehabilitiert am 18. Juni 1964.

Geliebter, Michael*, Vater Josef, geb. 1903 in Warschau, entmittlere Schulbildung, seit 1930 KPD, bis 1932 Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, stellv. Leiter der Versorgungsabteilung eines Autoreparaturwerkes in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, 1. Kotelnitscheskij pereulok 9. Verhaftet am 11. Februar 1938; beschuldigt der Spionage- und Nachrichtentätigkeit zu Gunsten eines ausländischen Staates, am 26. Februar 1938 zum Tode verurteilt, am 10. März 1939 erschossen. Rehabilitiert am 22. März 1956.

Grünberg, Juri, Vater Mark, geb. 1895 in Polen, mittlere Schulbildung, KPD; Abteilungsleiter bei »Glawresina«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Koptelskij pereulok 9. Verhaftet am 20. September 1937; beschuldigt der Verbindung zu »Volksfeinden« und zu »POW«, am 21. Oktober 1937 erschossen. Rehabilitiert am 17. Oktober 1957.

Hebert (Gebert?), Karl, Vater Theodor, geb. 1894 in Wien, parteilos, mittlere Schulbildung; Mechaniker im Werk »Elektrostahl«, zuletzt wohnhaft in der Werksiedlung. Verhaftet am 17. Januar 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 9. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 9. Februar 1959.
Händler (Gendler?), Josef, geb. 1901 in Bessarabien, mittlere Schulbildung, 1924-1926 KPD, seit 1927 KPdSU; Konsultant im Sojuzporttorg, zuletzt wohnhaft in Moskau, Kostjanskij pereulok 4. Verhaftet am 28. März 1938; beschuldigt der Spionage für Rumänien, am 4. Juni 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. September 1989.

Höflich (Geflich?), Karl, Vater Anton, geb. 1896 in Budapest, KPD, unvollendete Hochschulbildung; Technologieingenieur im Werk »KIM« (Kommunistische Jugendinternationale), zuletzt wohnhaft uliza Fabritschnaja 30, Kunzewo, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 22. Mai 1937; am 3. November 1937 erschossen. Rehabilitiert am 15. September 1989.

Hof(f)mann, Ossip, Vater Johann, geb. 1884 in Lodz/Polen, parteilos, Grundschulbildung; Weber in der Fabrik »Markow«, zuletzt wohnhaft in Moskau, ulica Gasovskaja 8. Verhaftet am 27. März 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland und die CSR, am 20. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 2. Oktober 1989.

Jurecka, Krystyna, Vater Leon, geb. 1893 in Warschau, 1923-1925 KPD, seit 1928 KP Polen, mittlere Schulbildung; Redakteurin bei der polnischen Zeitung »Trybuna Radziecka« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, Leontjewskij pereulok 2a. Verhaftet am 8. September 1937; beschuldigt der Zugehörigkeit zur »POW«, am 19. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 23. November 1955.

Katschmarski, Josef, Vater Stanislaus, geb. 1883 in Polen, 1924-1931 KPdSU, mittlere Schulbildung; Abteilungsleiter im Glühlampenwerk »Kujbyschev«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Matrosskaja tischina 16a. Verhaftet am 4. Februar 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 23. Januar 1958.

Katz, Serge, Vater Alexander, geb. 1905 in Dresden, parteilos, Hochschulbildung; Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Dünger, zuletzt wohnhaft in Moskau, Spiridonjewskaja uliza 23. Verhaftet am 20. März 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 9. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 10. Oktober 1957.

Klein, Adolf*, Vater Perigrim, geb. 1890 in Wien, parteilos, unvollendete Hochschulbildung; Übersetzer bei der »Deutschen Zentral-Zeitung« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, pereulok Stopani 3. Verhaftet am 15. Februar 1937; beschuldigt der Spionagetätigkeit, am 27. März 1937 zum Tode verurteilt, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 9. Februar 1957.

Lichtenstein, Josef, Vater Leon, geb. 1902 in Polen, seit 1930 KPD, mittlere Schulbildung; Modelierer im Autowerk »Stalin«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Wystawotschnyj pereulok 16a. Verhaftet am 27. Oktober 1937; beschuldigt verdächtiger Verbindungen zu den Botschaften von Polen und Österreich; am 3. November 1937 erschossen. Rehabilitiert am 2. November 1955.

Lobkowitz, Wilhelm, Vater Wilhelm, geb. 1893 in Österreich-Ungarn, parteilos, Hochschulbildung; Lehrer in militärischer Ausbildung, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza 25. Oktjabrja 8. Verhaftet am 3. Oktober 1937; beschuldigt der Spionage- und Werbetätigkeit für Deutschland, am 5. Februar 1938 erschossen. Rehabilitiert am 29. Februar 1960.

Me(t)zger, Arnold, Vater Leon(id), geb. 1892 in Polen, KPD, mittlere Schulbildung; Assistent des Sekretärs der »Deutschen Zentral-Zeitung« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, Wystawotschnyj pereulok 16a. Verhaftet am 16. Februar 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 16. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 1. November 1957.

Mi(t)zner, Willi, geb. 1902 in Polen, parteilos, mittlere Schulbildung; Abteilungsleiter im Werk Nr. 4 in Orechowo-Sujewo, zuletzt wohnhaft in Orechowo-Sujewo, uliza Leninskaja 4, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 6. Februar 1938; beschuldigt der Mitgliedschaft in einer deutschen Spionage- und Diversionsgruppe, am 11. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 10. August 1956.

Müller, Oskar, Vater Oskar, geb. 1878 in der Tschechoslowakei, parteilos, Hochschulbildung; Ingenieur in der Hauptverwaltung für Wollindustrie, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza Bakuninskaja 58. Verhaftet am 22. Februar 1938; beschuldigt der Spionage für die CSR, am 9. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 2. Oktober 1989.

Mün(t)zer, Gustav, Vater David, geb. 1902 in Lvov, 1920-1923 KP Polen, 1925-1929 KPD, danach KPdSU, Hochschulbildung; Abteilungsleiter im Zementwerk »Gigant«, zuletzt wohnhaft in der Siedlung »Krasnyj stroitel«, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 9. September 1937; beschuldigt der Teilnahme an der »POW« sowie der Diversions- und Schädlingsarbeit, am 25. Oktober 1937 erschossen. Rehabilitiert am 29. September 1956.

Neumann, Nathan, Vater Abraham, geb. 1897 in Warschau, seit 1923 KPD, mittlere Schulbildung; Meister in der Buchbinderei von »Detskaja kniga«, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza Brjanskaja 28. Verhaftet am 5. August 1937; beschuldigt der konterrevolutionären Tätigkeit, am 5. November 1937 erschossen. Rehabilitiert am 23. März 1957.

Paul Hermann*, Vater Karl, geb. 1889 in der Tschechoslowakei, KPdSU, mittlere Schulbildung; Instrukteur der Abteilung Parteiangelegenheiten bei der Deutschen Zentral-Zeitung, Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza Gorkowo 34. Verhaftet am 9. Februar 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 23. März 1938 zum Tode verurteilt, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 16. April 1957.

Por Nandor*, Vater Bela, geb. 1898 in Szèkesfehèrrar/Ungarn, Hochschulbildung (Buchbinder, 1919-1923 KPU, seit 1928 KPD, aus Deutschland ausgewiesen, seit April 1934 in der UdSSR); Buchbinder bei der Ständigen Allunionsausstellung, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza Kirowa 15. Verhaftet am 22. Februar 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschland und Ungarn und der »Schädlingsarbeit«, am 17. Mai 1938 zum Tode verurteilt, am 28. Mai 1938 erschossen. Rehabilitiert am 15. September 1989.

Rot(h)zeig, Bronek, Vater Naphtal(?), geb. 1902 in Warschau, Hochschulbildung, aus Deutschland geflüchtet, unterrichtete an der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau; Mitarbeiter am Karpow-Institut, Redakteur der Zeitschrift »Akta Physik-Chemie«, zuletzt wohnhaft in Moskau, 12. Sokolnitscheskaja uliza 11. Verhaftet am 1. Februar 1938; beschuldigt der Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären faschistischen Organisation, am 6. Juni 1938 erschossen. Rehabilitiert am 20. August 1957.

Schöffel (Scheffel?), Rudolf, Vater Josef, geb. 1910, zuletzt KPdSU, Grundschulbildung; Schneider in der Fabrik »Bolschewitschka«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Olenij wal 20. Verhaftet am 9. Februar 1938; beschuldigt der Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation und der Spionagetätigkeit, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. September 1989.

Schiemann, Jan, Vater Karl, geb. 1903 im Rigaer Gebiet/Lettland, 1919/1920 RKP/B, 1928-1933 KPD, bei der deutschen Sektion der Komintern registriert, Hochschulbildung; Hauptbuchhalter im Russakower Straßenbahndepot, zuletzt wohnhaft in Moskau, Paltschikow pereulok 1/24. Verhaftet am 4. Dezember 1937; beschuldigt der Spionage für Deutschland, am 3. Februar 1938 erschossen. Rehabilitiert am 13. Oktober 1956.

Schochel, Rudolf, Vater Josef, geb. 1899 in der Tschechoslowakei, 1921-1925 KPD, mittlere Schulbildung; Tischler im Werk Nr. 161, zuletzt wohnhaft in Moskau, Maschkow pereulok 8. Verhaftet am 3. August 1937; beschuldigt der konterrevolutionären Tätigkeit, am 3. November 1937 erschossen. Rehabilitiert am 4. Oktober 1989.

Schuster, Karl, Vater Adolf, geb. 1901 in Warschau, KPD, Hochschulbildung; Redakteur im Verlag für ausländische Arbeiter, zuletzt wohnhaft in Moskau, Kapelskij pereulok 13. Verhaftet am 12. März 1938; beschuldigt der Spionage für Deutschlands, am 10. Juni 1938 erschossen. Rehabilitiert am 23. Juni 1956.

Schwalbe, Leonid, Vater Michail, geb. 1898 im Kiewer Gebiet/Ukraine, KPD, unvollendete Hochschulbildung; Direktor des Invalidenhauses Nr. 5, zuletzt wohnhaft ebenda, Rayon Dimitrow, Moskauer Gebiets. Verhaftet am 9. Oktober 1937; beschuldigt der Verbindung zu Terroristen und Spionen, am 10. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 26. August 1957.

Sommerfeld, Tatjana, Vater Eduard, geb. 1905 in Polen, parteilos, Analphabetin, Reinigungsfrau im Werk »KIM«, zuletzt wohnhaft in Kunzewo, Haus der Fabrik Nr. 14, Moskauer Gebiets. Verhaftet am 26. Januar 1938; beschuldigt der Teilnahme an einer Diversions- und Schädlings-Gruppe, am 25. März 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989.

Sosna, Andrzej, Vater Isaak, geb. 1910 in Polen, 1930-1932 KPD, mittlere Schulbildung; Jornalist in der Redaktion der polnischen Zeitung »Trybuna Radziecka« in Moskau, zuletzt wohnhaft in Moskau, uliza Blaguscha 26a. Verhaftet am 7. September 1937; beschuldigt der Zugehörigkeit zur POW, am 22. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 14. Januar 1956.

T(h)iele, Boris, Vater Richard, geb. 1884 in Dresden, parteilos, mittlere Schulbildung; seit 1934 Rentner, zuletzt wohnhaft in Ljuberzy, Oktjabrskij Proesd 304, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 15. März 1938; beschuldigt der feindseligen Einstellung zur Sowjetmacht und aktiver Spionage für Japan, am 16. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989.

Weber, Karl, Vater Adolf, geb. 1894 in Polen, parteilos, mittlere Schulbildung, Schlosser in der 1. Druckerei des Verlages »Transsheldorizdat«, zuletzt wohnhaft in Moskau, ulica Krassina 7. Verhaftet am 17. Januar 1938; der Spionage beschuldigt, am 28. Februar 1938 erschossen. Rehabilitiert am 28. August 1958.

Weinberger, Fritz, alias Franklin, Vater Karl, geb. 1897 in Lubljana/ Jugoslawien, zuletzt KPdSU, mittlere Schulbildung; Techniker für Messgeräte am Forschungsinstitut »Woroschilow«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Twerskoj bulwar 26. Verhaftet am 30. Januar 1938; beschuldigt der Zugehörigkeit zu einer faschistischen Organisation und Spionage für Deutschland, am 27. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 11. Mai 1957.

Weck (?), Josef, Vater Jozef, geb. 1893, parteilos, mittlere Schulbildung; Kneter in der Beckerei Nr. 93 des Moskauer Brottrusts, zuletzt wohnhaft in Moskau, ulica Nikolajevskaja 4. Verhaftet am 16. Januar 1938; der Spionage beschuldigt, am 7. April 1938 erschossen. Rehabilitiert am 15. Oktober 1957.

Weltmann, Abraham*, Vater Chazkel, geb. 1884 in Polen, parteilos, Grundschulbildung, seit 1900 Mitglied des jüdischen Arbeiterbundes, seit 1920 KPD in Elberfeld, 1929 ausgeschlossen, 1933 wieder aufgenommen, seit 1933 in der UdSSR; Leiter der Schumacherei »Roter Ledermacher«, zuletzt wohnhaft in Moskau, Letnikovskaja ulica 4. Verhaftet am 20. November 1937; der Spionage für Polen beschuldigt, am 26. Februar 1938 zum Tode verurteilt, am 8. März 1938 erschossen. Rehabilitiert am 6. Oktober 1989.

Wolf, Leopold, Vater Franz, geb. 1889, parteilos, mittlere Schulbildung; Maler-Brigadier im 1. Haus der Sowjets, zuletzt wohnhaft in Moskau, 3. Obydenskij pereulok 31. Verhaftet am 27. Februar 1938; beschuldigt, Resident des deutschen Nachrichtendienstes zu sein, am 9. August 1938 erschossen. Rehabilitiert am 29. September 1989.

Zache, Otto, Vater Wilhelm, geb. 1889 in Lòdz, zuletzt KPdSU, Grundschulbildung; Meister der Fliegerversuchsstation des Werkes Nr. 22, zuletzt wohnhaft in Moskau, Fili, Siedlung Perwomaiskij 3. Verhaftet am 5. September 1937; beschuldigt konterrevolutionärer Tätigkeit und Agent zu sein, am 5. Februar 1938 erschossen. Rehabilitiert am 31. Oktober 1957.

Die im Buch »In den Fängen des NKWD« (Karl Dietz, Berlin 1990) genannten, aber ohne Todesdatum versehenen Stalin-Opfer Laslo Boros, Adolf Klein, Hermann Paul, Nandor Por und Abraham Weltmann wurden 1938, Michael Geliebter 1939 (ebenfalls in Butowo) erschossen.


Von N. Musienko und U. Plener wird z.Z. eine Publikation vorbereitet, in der nähere Angaben zu diesen sowie weiteren 24 Opfern aus Deutschland bzw. KPD-Mitgliedern enthalten sind; es werden darin zudem alle im ND seit 1993 veröffentlichte Namen von in Moskau und im Moskauer Gebiet Erschossenen zu finden sein, viele mit zusätzlichen Auskünften.

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