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  • Politik
  • Hardrock mit Aerosmith in der Berliner Waldbühne

Agil, wie in alten Zeiten

  • Von Harald Gemeinhard
  • Lesedauer: 3 Min.

Fast schon ein Festival!« prangt in großen Lettern als Querdruck auf den Konzertankündigungen zum Aerosmith-Konzert. Leider etwas zu vollmundig der Spruch, den sich »CoCo«, die Konzertagentur des Peter Schwenkow da

ausgedacht hat. Aber nicht wegen des Hauptaktes, sondern wegen der Vorgruppen und des ganzen Drumherum. Bis man die Jungs von Aerosmith zu Gesicht bekam, mußte man - zugegebenermaßen nicht die schlechtesten - Vorgruppen über sich ergehen lassen. Leider in viel zu kurzen und abgehackten 45 Minuten-Programmen. Das Ganze läßt sich nur so erklären, daß selbst die guten Aerosmith keine Waldbühne mehr voll bekommen und somit zusätzliche »Akts« eingekauft werden mußten. Aber es hat trotzdem nicht ganz gereicht - das Rund war nur etwa zur Hälfte gefüllt. Ein weiteres Ärgernis stellen die immer recht unfreundlichen und ruppig agierenden Leute der Security-Firma »Best« - besonders in der Waldbühne und im Olympiastadion - dar. Von der Brit-Rockband »Stereophonics« einmal abgesehen, könnte man getrost von einer »amerikanischen Nacht« in der Waldbühne sprechen. Denn fast alle Bands - inklusive des Hauptaktes - kamen aus Amerika: die »Black Crowes« mit ihren versponnenen psychedelischen Texten und im Sound an die Allman Brothers erinnernden Gitarrensound oder die aus London stammende und in New York City produzierende Neuentdeckung »Skunk Anansie« mit ihrer glatzköpfigen Sängerin

Skin: Sie stehen für modernen, mit Hip-Hop-Einflüssen unterlegten Hardrock.

Um 21,05 Uhr war es dann endlich soweit: Der Vorhang fiel und eine der weltweit wohl besten und virtuosesten Hardrockgruppen der letzten 25 Jahre betrat die Bühne: »Aerosmith« . Die Musiker um Steven Tyler, agil wie in alten Tagen, eröffneten mit »Eat The Rieh« das knapp zweistündige Programm mit einer geradlinigen Show, in der nur wenige Effekte von der Musik ablenkten.

Bekannte ältere Songs im Wechsel mit neueren von den CDs: »Nine Lives« und »Get a grip«. Wie sie »Love in an elevator«, »Rag doll«, oder »Cryin« spielten, ließ die Herzen der Hard-Rock-Fans schon höher schlagen. Aber unzweifelhaft war die Ballade »Dream On«, mittlerweile schon im Rang eines Klassikers, der Höhepunkt des Konzerts. Ein gesanglich perfekter Steven Tyler und sein für Überraschungen immer guter Gittarist Joe Perry trieben den Song in ein Finale mit Funkenregen. Und die Band überschlug sich beinahe vor Spielfreude. Steven Tyler, drahtig-gelenkiger 51er, fetzte tanzend wie ein Junger über die Bühne. Die Besucher, die meisten wohl in seiner Altersklasse, waren begeistert. Den Zugabeblock beschloß u. a. eine elektronisch verfremdete Version von »Sweet Emotion«, sehr interessant und so noch nicht gehört. Die Jungs von Aerosmith sind große Live-Performer, das bewiesen sie auch in der Waldbühne wieder.

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