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Fast jeder zweite Franzose empfindet Islam als Bedrohung

Die Mehrheit der Franzosen findet, Muslime hätten zu viel Einfluss im Land. 43% sehen die Präsenz von Muslimen in Frankreich sogar als Bedrohung ihrer nationalen Identität. Dies ergab eine Studie, die vergangene Woche von der französischen Zeitung Le Figaro veröffentlicht wurde.

Die repräsentative Befragung durch das französische Meinungsforschungs-Institut IFOP ergab außerdem, dass 63% der Franzosen die Präsenz Kopftuch tragender Frauen in der Öffentlichkeit ablehnen. 60% der 1736 Befragten bewerten Einfluss und Sichtbarkeit des Islams in Frankreich insgesamt als zu hoch. Die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2010 war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: 42% der Menschen in Frankreich sahen damals im Islam eine Bedrohung ihrer nationalen Identität.

Der Leiter von IFOP, Jerome Fourquet, brachte die negative Haltung vieler Franzosen gegenüber dem Islam mit der Art der medialen Berichterstattung in Verbindung: „In den letzten Jahren verging kaum eine Woche ohne, dass der Islam aus sozialen Gründen im Mittelpunkt der Berichterstattung stand: das Kopftuch, Halal-Lebensmittel, dramatische Nachrichten wie Terroranschläge oder geopolitische Gründe."

Im April dieses Jahres wies Amnesty International in einem Bericht auf die Diskriminierung von Muslimen in europäischen Staaten hin. Besonders muslimische Frauen und Mädchen würden im Bildungssystem und Arbeitsleben strukturell benachteiligt. Neben der Situation in Belgien, Niederlande, Spanien und der Schweiz kritisierte AI explizit die Gesetze zum Kopftuchverbot in Frankreich. „Es gibt keinen Zweifel und es ist sicher auch nicht neu, dass viele Muslime diskriminiert werden", sagte John Dalhuisen, Europa- und Zentralasien-Chef von Amnesty, bei der Vorstellung des Berichts.

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