CDU will Homo-Paare nicht gleichstellen
SPD, Grüne und FDP sehen überholtes Familienbild
Berlin (AFP/nd). Das Nein der CDU zur steuerlichen Gleichstellung von Homo-Ehen ist auf scharfe Kritik gestoßen. FDP-Vorstandsmitglied Michael Kauch erklärte gestern in Berlin, die angebliche neue Modernität der CDU habe sich als Trugbild herausgestellt. »Nicht die lobenswerten Einzelpersonen in Talkshows bestimmen die Realität der CDU, sondern konservative Hardliner.« Der CDU-Parteitag hatte am Dienstagabend in Hannover mit eindeutiger Mehrheit eine steuerliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften abgelehnt.
Die stellvertretende SPD-Chefin Manuela Schwesig warf den Christdemokraten ein überholtes Gesellschaftsbild vor. »Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften müssen steuerlich genauso behandelt werden wie andere Ehen auch. Denn auch homosexuelle Paare stehen füreinander ein und füreinander gerade«, erklärte sie.
Der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck, warf der CDU einen »Diskriminierungskurs« vor. »Ob Frauenquote, Betreuungsgeld oder Lebenspartnerschaft - die CDU macht Gesellschaftspolitik nach dem Leitbild der 50er Jahre. Das ist nicht Politik für die Mitte, sondern die CDU schielt auf den rechten Rand«, erklärte Beck. Wer trotz der Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die eine Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe verlangten, an der Schlechterstellung der Lebenspartnerschaft festhalte, verachte Lesben und Schwule als Bürger zweiter Klasse. Seite 4
Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen.
Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser*innen und Autor*innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär.
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ unabhängig und kritisch berichten
→ übersehene Themen aufgreifen
→ marginalisierten Stimmen Raum geben
→ Falschinformationen etwas entgegensetzen
→ linke Debatten voranbringen
Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.