Neue Umfrage: Linke und Grüne profitieren von Steinbrück-Negativeffekt

Sozialdemokraten nur noch bei 25 Prozent / FDP stürzt in den Bereich statistischer Unschärfe

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Berlin (nd). Die Linkspartei hat in einer Forsa-Umfrage erstmal seit Oktober 2012 wieder neun Prozent erreicht. Sie profitiert offenbar wie die Grünen, die ebenfalls zulegen (plus zwei Prozent), von der Enttäuschung über den Kanzlerkandidaten der SPD, wie der Demoskop Manfred Güllner im „Stern" andeutet: Peer Steinbrück ziehe „die Partei nach unten", die Menschen würden ihn „mittlerweile eher negativ" sehen. Als Gerhard Schröder 1998 Kanzlerkandidat wurde, habe dies noch einen „Sog zur SPD" ausgelöst.

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Matthias Höhn, wertete das Umfrageergebnis als »Ansporn, das ist Lohn für harte Arbeit der letzten Monate, es ist auch Ausweis eines wenig überzeugenden Angebots der SPD«. Die Sozialdemokraten kommen in der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage nur noch auf 25 Prozent - der schlechteste Wert sei Ende April 2012. Einen Absturz erleben die Freidemokraten, die nur noch bei zwei Prozent taxiert werden. Bei einer Datenbasis von rund 1.500 repräsentativ Befragten erreicht die FDP ein Ergebnis, das völlig im Bereich statistischer Unschärfe liegt.

Die Umfrage fand noch vor dem Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart am Wochenende statt. Die Union gewinn in der Umfrage hinzu und erreicht ein neues Hoch von 42 Prozent. Angesichts der Krise der Liberalen käme für Angela Merkel dennoch nach dem derzeitigen Umfragestand nur eine Mehrheit zustande, wenn SPD oder Grüne sich dafür bereiterklären.

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