Werbung

Tunnel zwischen Gaza und Israel zerstört

Israel unterbindet Transport von Baumaterialien in die Küstenregion

Gaza. Nach Berichten israelischer Medien hat die israelische Armee einen 2,5 Kilometer langen Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Israel entdeckt und zerstört. Nach Aufhebung einer Nachrichtensperre berichteten israelische Medien am Sonntag, man gehe davon aus, dass Palästinenser den Tunnel für Anschläge oder die Entführung israelischer Soldaten nutzen wollten. Eine Militärsprecherin in Jerusalem wollte sich zunächst nicht zu den Berichten äußern.

Der israelische Rundfunk meldete, der Tunnel habe in Richtung des Grenzorts Ein Haschloscha geführt. Auf palästinensischer Seite habe er einen Ausgang in der Nähe von Chan Junis gehabt. Der Tunnel sei bereits vor einigen Tagen entdeckt worden. Israel stoppte bis auf weiteres den Transport von Baumaterialien in den Gazastreifen. Erst im vergangenen Monat hatten Behörden erstmals seit sechs Jahren wieder die Einfuhr von Baumaterial für private Baustellen in den Gazastreifen erlaubt.

Die 1,5 Millionen Bewohner des Küstenstreifens leiden seit sechs Jahren unter der Wirtschaftsblockade durch Israel, dem sich zum Teil auch das benachbarte Ägypten anschloss. Aufgrund des Mangels an Strom, Medikamenten oder Baumaterialien warnten internationale Organisationen immer wieder vor einer humanitären Krise im Gazastreifen. Palästinensern ist zudem die Ausreise sowie der Zutritt zu einem mehreren hundert Meter breiten Gebiet auf der palästinensischen Seite der Grenze verwehrt. Regelmäßig eröffnen israelische Soldaten dort das Feuer auf palästinensische Bauern – zuletzt am 30. September dieses Jahres. dpa/nd/fak

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal