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Bei Strauß und Co. immer mit am Tisch

Es' sind nicht hur die 143 ÖOÖ Mark, die Schreiber der CSU von Ende der 80er Jahre bis 1995 zukommen ließ und von denen Goppel 50000 Mark selbst direkt in Empfang nahm, die ihm einen guten Leumund bei den Christsozialen bescheren. Auch Max Strauß mag nicht allein an die 5,2 Millionen Mark denken, die er angeblich Schreiber verdankt. Mehr noch dürfte es das Wissen des Rüstungslobbyisten sein, das die CSU beunruhigt - hat er doch seit langem bei den Spitzen der Partei immer mit am Tisch gesessen und manches dunkle Geschäft mit ihnen und für sie abgewickelt. Als der heute 65-Jährige in den 70er Jahren in seinem Heimatort Kauferingen ein Unternehmen für Straßenmarkierungen leitete, war das nur noch der Nebenjob. Sein hauptsächliches Tätigkeitsfeld war längst der Lobbyismus für Waffenkonzerne oder - wie er es selbst nennt - «Landschaftspflege». Und die betrieb Schreiber bevorzugt bei CSU-Größen, die zudem am florierenden Waffengeschäft vor allem bayerischer Firmen interessiert waren. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete unlängst von einem Deal mit Saudi-Arabien aus dem Jahr 1980, als Strauß Kanzler werden wollte. Gegen günstige Ölkontrakte, die Millionen in CSU-Parteikassen spülen sollten, würde ein Bundeskanzler Strauß die Lieferung von Leopard-Panzern an das Wüstenland durchsetzen. Schreiber zog hinter den Kulissen die Fäden, ebnete die Wege- da scheiterte Strauß an den Wählern, und das Geschäft fiel ins Wasser.

Doch bei Strauß stand er weiter in hoher Gunst, und als dieser starb, waren Schreibers Kontakte bereits so vielfältig, dass er selbstständig weitermachen konnte. Er vermittelte für MBB den Ver kauf von zwölf Hubschraubern, mäkelte für Airbus die Lieferung von Groß-Flugzeugen und setzte 1991 für Thyssen jenes Panzergeschäft mit Saudi-Arabien durch, das für die Augsburger Staatsanwälte den Hintergrund für die Millionenspende an die CDU auf dem Parkplatz im schweizerischen St. Margrethen abgibt. Obwohl damals in der Bundesregierung die Bedenken gegen das Geschäft überwogen, setzte Helmut Kohl die Lieferung von 36 «Fuchs»-Spürpanzern durch. Bevorzugter Partner Schreibers in all diesen Geschäften war ein alter Bekannter aus Strauß' Zeiten: dessen einstiger Büroleiter Holger Pfahls, 1985 auf Empfehlung seines Ziehvaters zum Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und zwei Jahre später zum Staatssekretär im Ver teidigungsministerium avanciert. Bis 1992 war er hier nicht zuletzt für Rüstungsexporte zuständig; ihm soll Schreiber allein 3,8 Millionen Mark Schmiergeld gezahlt haben. Inzwischen ist das CSU-Mitglied Pfahls - wie Schreiber - flüchtig.

Doch nicht nur Pfahls gehörte zu den Ansprechpartnern Schreibers, die er vor allem im Verteidigungsministerium fand. Er spendete für den Wahlkampf von Michaela Geiger, die dort seit 1993 Staatssekretärin war. Erich Riedl, ebenfalls langjährig in dieser Funktion, soll von Schreiber eine halbe Million bekommen haben. Mit Monika Hohlmeier, Kultusministerin im Kabinett Stoiber, betrieb er mehrere Jahre eine gemeinsame Firma in Kanada. Er hatte Kontakte zum bayerischen Wirtschaftsminister Wiesheu, zum bayerischen Finanzminister Faltlhauser und zur Hanns-Seidel-Stiftung der CSU, für die er gar in Costa Rica eine Außenstelle einrichten sollte.

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