Dröge pocht auf Rechte für Flüchtlinge
Faire und humanitäre Behandlung eingefordert
Der Berliner Bischof Markus Dröge hat einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen angemahnt. »Diejenigen Flüchtlinge, die zu uns kommen, haben ein Recht darauf, fair und menschenwürdig behandelt zu werden«, schrieb der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in einem Gastbeitrag in der »Berliner Zeitung«. Wer in seiner Heimat verfolgt wird, müsse Asyl beantragen können. »Und wer hier legal eine Arbeit sucht, soll die Möglichkeit dazu erhalten«, betonte Dröge. Nötig sei daher eine humanitäre EU-Flüchtlingspolitik.
Mit Blick auf die Flüchtlingstragödien vor Lampedusa erklärte Dröge: »Es ist unwürdig angesichts dieser Schicksale von einer Flüchtlingswelle zu reden, als handelte es sich um eine Naturgewalt, der man sich mit allen Mitteln der Technik entgegen zu stellen hat.« Vielmehr kämen junge Menschen »mit letzter Hoffnung, in großer Verzweiflung und bescheidenen Träumen von einem besseren Leben«. Andere würden vor Krieg und Gewalt fliehen.
Der Bischof erinnerte auch an den Hunger- und Durststreik von Flüchtlingen am Brandenburger Tor im Oktober 2013. Dies sei ein »Hilferuf angesichts einer ausweglos erscheinenden Situation« gewesen. Dröge kündigte an, dass das Kirchenasyl auch künftig ein wichtiger Baustein des Engagements der evangelischen Kirche sein werde. Das Kirchenasyl sei für viele Flüchtlinge »oft die letzte Rettung, um doch noch zu ihrem Recht zu kommen«, schrieb der Bischof. In den gegenwärtigen Diskussionen zur Situation der Flüchtlinge in Berlin versuchen die beiden großen Kirchen mit einem Runden Tisch zu vermitteln - lediglich der Senat beteiligt sich bisher nicht an dem Gremium. epd/nd
Wir stehen zum Verkauf. Aber nur an unsere Leser*innen.
Die »nd.Genossenschaft« gehört denen, die sie lesen und schreiben. Sie sichern mit ihrem Beitrag, dass unser Journalismus für alle zugänglich bleibt – ganz ohne Medienkonzern, Milliardär oder Paywall.
Dank Ihrer Unterstützung können wir:
→ unabhängig und kritisch berichten
→ übersehene Themen in den Fokus rücken
→ marginalisierten Stimmen eine Plattform geben
→ Falschinformationen etwas entgegensetzen
→ linke Debatten anstoßen und weiterentwickeln
Mit »Freiwillig zahlen« oder einem Genossenschaftsanteil machen Sie den Unterschied. Sie helfen, diese Zeitung am Leben zu halten. Damit nd.bleibt.