Investor sagt Pläne für Hühnerfarm ab

BUND begrüßt Scheitern des Großprojekts

Mainz. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ist die geplante Ansiedlung einer großen Hühnerfarm in der Eifel mit bis zu 480 000 Legehennen gescheitert. Der Bürgermeister der Ortsgemeinde Eppenberg (Kreis Cochem-Zell), Bernd Brachtendorf, sagte am Montag, der niederländische Investor habe abgesagt. Er finde die Umstände bedauerlich, sagte Brachtendorf. »Es war ein ergebnisoffener Dialog, der angestrebt war.« Zu konkreten Gesprächen sei es nicht mehr gekommen, »weil einige wenige letzten Endes das verhindern«. Er und seine Familie seien angesichts der Pläne bedroht worden. Die »Rhein-Zeitung« hatte zuvor über die Absage berichtet.

Der Investor wollte nach Angaben des Bürgermeisters rund 20 Millionen Euro investieren. Ende 2013 war er mit den Plänen für eine Hühnerfarm in Birresborn (Kreis Vulkaneifel) am Widerstand des dortigen Gemeinderates gescheitert.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Rheinland-Pfalz wertete das Scheitern positiv. »Megaställe sind ein Auslaufmodell einer natur-, menschen- und tierverachtenden Investitionspolitik, die wir nicht hinnehmen werden«, erklärte BUND-Landesvorsitzender Harry Neumann. Er forderte Bürger und Kommunen auf, sich solchen Plänen entgegenzustellen. Bürgermeister Brachtendorf hatte in dem Projekt auch die Chance auf Arbeitsplätze gesehen.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium sprach sich in der vergangenen Woche »gegen industrielle Massentieranlagen« und für eine bäuerliche Landwirtschaft aus. Rheinland-Pfalz habe sich im Bundesrat dafür eingesetzt, das privilegierte Bauen großer Ställe im Außenbereich einzuschränken. dpa/nd

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