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KfW-Entwicklungsbank fördert Energiewende

Die drittgrößte deutsche Bank vergibt zinsgünstige Kredite, um in Schwellen- und Entwicklungsländern den Klimaschutz zu forcieren

  • Von Roland Bunzenthal, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: 3 Min.
Um Wiederaufbau geht es bei der Entwicklungsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) inzwischen selten. Stattdessen werden auch im Globalen Süden Projekte zur Energieeinsparung finanziert.

In Mexiko wächst die Bevölkerung jährlich um zwei Millionen Menschen. Der Energieverbrauch des Schwellenlandes steigt sogar noch schneller. Vor die Aufgabe gestellt, menschenwürdiges Wohnen mit den Erfordernissen des Klimaschutzes zu verbinden, greift die mexikanische Regierung auf Erfahrungen zurück, die die KfW-Bankengruppe im Rahmen ihrer Förderaktivitäten für energieeffizientes Bauen in Deutschland gesammelt hat. Mit dem Programm »EcoCasa« sollen binnen sieben Jahren rund 38 000 energiesparende Häuser in Mexiko gebaut werden - finanziert überwiegend durch eine halbe Milliarde Euro aus privaten Investitionsmitteln.

Wenn Norbert Kloppenburg, Chef der Entwicklungsbank innerhalb der KfW-Gruppe, über Entwicklungszusammenarbeit spricht, differenziert er sogleich nach dem jeweiligen Partner. Ein Schwellenland wie Mexiko brauche eben eine ganz andere Förderung als einer der »fragilen Staaten« Afrikas. So erhält Mexiko die Hilfe aus Deutschland nur in Form marktmäßiger Kredite. Wichtig sei es hier, Programme zu entwerfen die Modellcharakter haben und zugleich zusätzliche private Investitionen mobilisieren.

Kloppenburgs Geschäftsfeld finanzierte im vergangenen Jahr Projekte im Umfang von 5,3 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als 2012. Dabei setzt die KfW in ihrer Doppelrolle als Bank und als entwicklungspolitisches Fachinstitut zunehmend Gelder ein, die sie auf dem Kapitalmarkt günstig aufnimmt. Daraus ergibt sich ein dem Entwicklungsstand des Landes individuell angepasster Mix aus öffentlichen Mitteln der Entwicklungshilfe und Kapitalmarkt-Geldern. Vom Gesamtvolumen der Finanzierung wurden 2013 rund 1,7 Milliarden Euro an nicht rückzahlbaren Zuschüssen zugunsten der ärmsten Länder vergeben. Geld das überwiegend vom Entwicklungsministerium (BMZ) stammt, weiterhin knapp eine Milliarde an »Entwicklungskrediten«, bei denen die Zinsen durch Haushaltsmittel mit einem Niveau zwischen ein und vier Prozent unter dem marktüblichen Satz liegen und schließlich 2,2 Milliarden Euro an so genannten Förderkrediten mit marktüblichen Zinsen, die vor allem an Schwellenländer ausgereicht werden und trotz der damit einhergehenden Verschuldung stark nachgefragt werden.

Mit Spannung beobachtet Kloppenburg die Diskussionen in zwei New Yorker Arbeitsgruppen der Vereinten Nationen. Sie sollen die UN-Entwicklungsziele, die sogenannten Millenniumsziele, überarbeiten. 2015 läuft das bisherige Programm aus, dessen Hauptziel die Bekämpfung der absoluten Armut weltweit ist. Auch künftig soll dieses Anliegen an erster Stelle des neuen Zielkatalogs stehen, berichtet Kloppenburg, doch dahinter würden zum Teil andere Akzente gesetzt als bisher: So werde die Bedeutung von Wirtschaftswachstum für die Schaffung von Arbeitsplätzen betont und auch die Umwelt- und Klimaproblematik als wichtiges Entwicklungsthema aufgegriffen. Das vierte Ziel für die Zeit bis 2030 ist die Schaffung und Stabilisierung des Frieden sowie einer guten Regierungsführung. Mit letzterem seien unter anderem der Kampf gegen die Korruption und für die Menschenrechte gemeint.

Unklar sei noch die Finanzierung dieser vier »Dimensionen«. Hier Klarheit zu schaffen, ist der Auftrag der einen Arbeitsgruppe in New York, vor allem in dem sie neue Geldquellen erschließt - zusätzlich zu den rund 130 Milliarden Dollar an internationaler Entwicklungshilfe. Die andere AG kümmert sich derweil um die Ziele - unabhängig davon, ob es Geld dafür gibt oder nicht. Insgesamt beteiligen sich Vertreter von etwa 30 Staaten an der Debatte.

Die KfW-Entwicklungsbank beschäftigt im Inland rund 630 Leute und noch einmal gut 300 in den 70 Auslandsbüros - dort überwiegend einheimische Fachkräfte. Sie wurde 1948 als Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründet und ist heute die drittgrößte Bank Deutschlands. Als staatliche Förderbank unterstützt sie im Inland unter anderem Existenzgründungen, Kommunen, Wohnungsbau und den Umweltschutz. Sie vergibt auch Studienkredite. Die Förderung von Entwicklungsländer macht rund zehn Prozent der Gesamtförderung aus.

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