China setzt auf eiserne Seidenstraßen

Hinter dem Anschluss an den Indischen Ozean und der transasiatischen Eisenbahn stehen starke politische Motive

  • Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auch politischer Einfluss braucht eine Infrastruktur. So hat für China eine transasiatische Eisenbahn strategische Bedeutung in jeder Beziehung.

Für die Großmacht China steht einem Direktanschluss des Riesenreichs an den Indischen Ozean nichts im Weg. Derzeit wird ein fast 30 Kilometer langer Eisenbahntunnel durch das Gaoligong-Gebirge nahe Myanmar gebohrt. Über die Strecke, die Ingenieure vor ähnliche Anforderungen wie beim Bau der Eisenbahnlinie durch Permafrost nach Tibet stellt, sollen einst Züge zwischen Yunnans Metropole Kunming und Myanmars Küste verkehren.

Der chinesischen Exportwirtschaft bliebe der weite Umweg über das Südchinesische Meer und die Straße von Malakka erspart. Zudem würde mit Myanmar ein Riesenmarkt für noch mehr chinesische Konsumgüter zugänglich - doch Myanmar blockiert. Denn im Jahr 2015 stehen in der vormaligen Militärdiktatur Wahlen an. Zu den Kandidaten zählen amtierende und ehemalige Generäle. Nähe zu China, das im Lande Synonym für einseitige Verträge, Mangel an kultureller Sensitivität und Ressourcenhunger ist, würde ihre Wahlchancen ge...


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