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Aufgepeppte Idylle

Konzept für Alt-Hohenschönhausener Seenpark wird bald präsentiert

Das 18 Hektar große Gebiet zwischen Ober- und Orankesee wurde in den vergangen zwei Jahren saniert - es soll noch mehr passieren: ein Konzept für einen Seenpark gibt es schon.

Es ist eine Oase, ein Ruhepool für Großstädter. In dem Gebiet zwischen Oranke- und Obersee in Alt-Hohenschönhausen, treffen zu jeder Jahreszeit Jogger und alte und junge Ruhesuchende aufeinander. Familien breiten im Sommer auf den Wiesen ihre Decken aus. Besucher und Anwohner machen im Biergarten Halt oder flanieren an den Seen entlang.

In den vergangenen zwei Jahren wurde die 18 Hektar große Idylle aufgepeppt, der Obersee teilweise entschlammt und dabei rund 925 Kubikmeter Sediment entnommen. Außerdem ist das Ufer renaturiert worden. Die Berliner Wasserbetriebe installierten Regenwassereinläufe. Auch am benachbarten Orankesee hat sich was getan. So wurden Stahlspundwände zurückgebaut und Ufer- sowie Böschungsbereiche neu bepflanzt. »Dadurch haben wir gute Voraussetzungen für die Entwicklung von geschützten Lebensräumen, in denen sich selten gewordene Pflanzen- und Tierarten ansiedeln können«, erklärt Lichtenbergs Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU).

Momentan sind am südlichen Ufer noch Arbeiten für einen neuen Tiefbrunnen mit Pumpe im Gang. Damit soll dem Orankesee Grundwasser zugeführt werden. Nach Aussage Nün-thels ist Ende Oktober alles installiert. Einige Anwohner wundern sich allerdings, dass künftig nur noch eine Pumpe für Frischwasserzufuhr sorgen soll. Der Stadtrat erklärt: »Eine Anlage ist dafür ausreichend. Sollte sie wirklich einmal kaputt gehen, muss sie repariert werden.«

Rund 1,3 Millionen Euro verschlingt insgesamt das Sanierungsvorhaben. 600 000 Euro kommen vom Bezirk, der Rest sind Fördermittel aus dem Umweltentlastungsprogramm. »2015 müssen wir die Maßnahme abrechnen«, kündigt der Stadtrat an. Er ist zuversichtlich, dass der Termin eingehalten werde, obwohl es bei der geplanten Seewasserfilteranlage für den Obersee eine einjährige Verzögerung gebe. Grund dafür ist eine notwendig gewordene zweite Ausschreibung. Die erste war nicht erfolgreich und musste eingestellt werden. »Es gab nur einen Anbieter, der über unserem Kontingent lag«, begründet der Politiker. Derzeit laufe das Vergabeverfahren und in Kürze falle die Entscheidung.

Der Förderverein Obersee & Orankesee, der den Anstoß für die umfangreichen Sanierungs- und Renaturierungsarbeiten gab, »ist im Wesentlichen zufrieden mit der Projektumsetzung«, wie es der Vorsitzende Jörg Ritter formuliert. Problematisch sieht er aber unter anderem die gärtnerische Pflege des Grüns, wenn die vertragliche Verpflichtung der zuständigen Firma abgelaufen sei. Nün-thel betont indes, die Gewährleistungspflicht der Firma betrage bei Gehölzen drei und bei Bäumen fünf Jahre. »Wie es danach weitergeht, müssen wir noch aushandeln, wir suchen auf jeden Fall auch das Gespräch mit dem Förderverein.«

Die rund 130 Mitglieder der engagierten Gemeinschaft verfolgen ein großes Ziel: Sie haben ein Konzept für den Alt-Hohenschönhausener Seenpark entwickelt. Demnach soll endlich ein Gesamtparkplan für das Gebiet rund um den Ober- und Orankesee verwirklicht werden. Damit wollen sie sich sogar als sogenanntes »IGA-Außenprojekt« für die Internationale Gartenschau 2017 bewerben. Auf insgesamt zehn Elementen basiert der Plan. So soll unter anderem der Bereich zwischen den Gewässern zu einer verkehrsberuhigten Straße als Teil des Parks und zum Parken entwickelt werden.

Auch für den Biergarten am Orankesee gibt es einen konkreten Vorschlag. Die GESOBAU ist gerade dabei, das ihr gehörende Areal zu veräußern. Zu den Bewerbern gehört nach Auskunft des Fördervereinsvorsitzenden der griechische Unternehmer und Restaurantbetreiber Nikolaos Kitsos. »Wir unterstützen sein Konzept vom neuen Wirtshaus am Orankesee«, betont Jörg Ritter. Erhält der Grieche den Zuschlag, verpflichtet er sich, innerhalb von zwei Jahren an diesem Ort eine Gaststätte mit Biergarten für den Ganzjahresbetrieb zu errichten.

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