Saubere Hände, schmutzige Politik

Die TV-Serie »1992« (Sky) beschreibt den Zerfall der italienischen Parteienlandschaft Anfang der 1990er Jahre

Rauchen zählt bekanntlich zum dramaturgischen Standardrepertoire von Film und Fernsehen wie schnelle Autos, schöne Frauen, harte Männer. Bis heute ist Rauchen ja nicht nur ästhetischer Ausdruck von Genuss oder Gewöhnung, sondern Nominativ, Genitiv, Akkusativ, Dativ der gängigen Kino-Grammatik in einem: Wer was wann wo wie mit wem macht oder auch nicht - das zeigt sich gern am blauen Dunst im Mund der Protagonisten. Allein der Imperativ blieb seltsam ausgespart. Bis jetzt. »Rauchst du?«, fragt der Wirtschaftsermittler Rocco seinen neuen Kollegen Luca bei Amtsantritt und entgegnet auf dessen Verneinung hin, als sei es ein Befehl: »Du wirst rauchen!«

Basta.

Denn was der Novize im Mailänder Kriminaldezernat ab dem 17. Juli auf Sky erlebt, ist nicht nur zu drastisch für Wirklichkeitsbewältigung ohne ergänzende Nervositätsabfuhr; es ist auch bis an die Schmerzgrenze authentisch. »1992« heißt die selbstproduzierte Serie aus Italien....


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