Opferperspektive zählte 203 rechte Angriffe
Potsdam. Der Verein Opferperspektive hat für 2015 in Brandenburg 203 rechte Angriffe auf insgesamt 706 Personen erfasst. Das sei das höchste Niveau seit 15 Jahren, teilte der Verein am Dienstag mit. Gegenüber 2014 sei die Zahl rechter Gewalttaten um 120 Prozent gestiegen. Vor allem rassistisch motivierte Angriffe gegen Geflüchtete hätten besorgniserregend zugenommen - ihr Anteil mache zwei Drittel aller rechten Gewalttaten aus. Die Opferperspektive forderte »wirkungsvolle Maßnahmen« zum Schutz von Flüchtlingen. »Die Anzahl und Intensität rechter und rassistischer Taten haben ein Ausmaß angenommen, das uns an die 1990er Jahre erinnert«, erklärte Ingmar Pech von der Gewaltopferberatung. Die Situation für Flüchtlinge und Migranten müsse als »gefährlich« bezeichnet werden. Für viele sei es Alltag, bedroht, beleidigt und angegriffen zu werden. Die meisten Angriffe fanden in Cottbus (28) und im Landkreis Spree-Neiße (29) statt, gefolgt vom Kreis Oberhavel (17). nd
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