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Erster AfD-Politiker spricht auf Pegida-Demo

Abgeordneter Tillschneider fordert ein Bündnis aller »Patrioten« / Bachmann kündigt weitere Beiträge von Vertretern der Rechtspartei an

Bisher hatte es die AfD-Spitze vermieden, von einem möglichen Bündnis mit der rassistischen Pegida-Bewegung zu sprechen. Ein Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt schafft jetzt Fakten und redete in Dresden vor 3000 Anhängern.

Bisher hatte es die Parteispitze der AfD immer vermieden, von einem Bündnis zwischen sich und der rassistischen Pegida-Bewegung zu sprechen. Doch nun wächst langsam zusammen, was ideologisch längst in Weiten Teilen eine Übereinstimmung aufwies: Auf der Pegida-Demo am vergangenen Montag hielt zum ersten Mal ein Mandatsträger der AfD vor etwa 2500 bis 3000 Zuhörern eine Rede. Dabei handelte es sich um den Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt. Seine unmissverständliche Forderung: Deutschlands »Patrioten« sollten sich vereinigen. Pegida sei dabei der passende Partner, da die Bewegung erst den Weg für die Islampolitik der Rechtspartei geebnet habe. Drohend prophezeite er: »Ungarn ist frei, Österreich ist gerade dabei, sich zu befreien, und es dauert nicht mehr lange, dann wird auch Deutschland frei sein!«

Lobende Worte fand Tillschneider auch für Pegida-Chef Lutz Bachmann. Dieser habe das »Bundesverdienstkreuz Erster Klasse« verdient und keine Prozesse wegen Beleidigung. In der Vorwoche hatte das Amtsgericht Dresden den Organisator der wöchentlichen Aufmärsche wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Bachmann bedankte sich seinerseits für die lobenden Worte, indem er ankündigte, in Zukunft weitere AfD-Politiker sprechen zu lassen.

Tillschneiders nun erfolgter Vorstoß ist ein weiterer Schachzug, den Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke zu stärken: Als Vorsitzender der »Patriotischen Plattform« vertritt er einen völkisch-nationalistischen Kurs und gilt als Unterstützer Höckes als auch des Landeschefs in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg.

Eine zentrale Rolle nahm Tillschneider auf dem Stuttgarter Parteitag vor einigen Wochen ein: Der Landtagsabgeordnete setzte sich vehement dafür, dass die Forderung »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« ohne Änderungen ins Parteiprogramm übernommen wurde. nd/rdm

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