Hightech für das Mittelalter
Roland Etzel zum Milliarden-Rüstungsgeschäft Washingtons mit Riad
Ein Staatsbesuch als Fluchtversuch. Mag Trumps ungeheurer Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien auch keine erst in diesen Tagen ausgeheckte Idee der präsidentiellen Administration gewesen sein - den Charakter eines Ausweichmanövers, um dem Dauerfeuer der heimischen Gegnerschaft zu entkommen und einen Kontrapunkt zu setzen, besitzt Trumps pompöser Auftritt in Riad schon. Allerdings ist es ein Befreiungsschlag der makabersten Art, mit dem der US-Präsident den eigenen diffusen Wahlversprechen im Wüstensand jetzt hinterherhechelt. Trumps heimwärts gerichtete Beteuerung von »Investitionen in den USA und Jobs, Jobs, Jobs« wird in der Region als »Tod, Tod, Tod« widerhallen. Die mit Waffen aller Art und Konflikten bereits überreichlich geschlagene Region wird mit neuem Kriegsgerät ein weiteres Mal geradezu geflutet werden.
Der Waffenstrom ergießt sich in ein Land, das Krieg in Syrien finanziert, anderswo befeuert und in Jemen auch selbst führt. Hightech aus den US-Rüstungsschmieden vom Neuesten und damit Bösesten zur Konservierung des Mittelalters und eines Islam der finstersten Art. Trumps Ankündigung, den arabischen Gipfel in Riad aufzufordern, »Stellung gegen islamistische Bewegungen« zu beziehen, wird die Könige und Emire daher prächtig amüsiert haben.
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