Akademiker-Privileg

Jürgen Amendt über die Gründe eines Studienabbruchs bei Migranten

  • Jürgen Amendt
  • Lesedauer: 1 Min.

Knapp ein Viertel der Studierenden in Deutschland hat einen sogenannten Migrationshintergrund. Dass ihr Anteil an den Studienabbrechern mit 43 Prozent deutlich über der Gesamtquote von 29 Prozent liegt, hat einen Grund, der in der Öffentlichkeit in der Regel nicht in Zusammenhang mit der ethnischen bzw. kulturellen oder nationalen Herkunft erwähnt wird. Laut der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben 21 Prozent der Studierenden mit »Migrationshintergrund« Eltern, die lediglich einen Hauptschulabschluss erreicht haben; in der Gruppe der »deutschen« Kommilitonen liegt dieser Anteil bei fünf Prozent. Je höher die soziale Herkunft, desto mehr verschwinden die statistischen Unterschiede: 51 Prozent der Studierenden ohne Migrationshintergrund stammen aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil studiert hat; bei den Migrantenkindern beträgt der Anteil 44 Prozent.

Die Mercator-Studie verweist darauf, dass in allen Gruppen von den Betroffenen die hohen Leistungsanforderungen und die Angst zu Scheitern als Hauptgrund für den Studienabbruch genannt wurden. Dies aber gilt besonders für Angehörige bildungsferner Schichten, die nicht wie Akademikerkinder auf ein breites familiäres Unterstützternetzwerk bauen können.

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