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Nicolas Šustr über den Irrweg, Anerkennung kaufen zu wollen

  • Lesedauer: 1 Min.

Früher war es für Teile der schwulen Szene wichtig, ihr Geld möglichst innerhalb der Community loszuwerden. Solidarität durch die Geldbörse. Das ließ sich natürlich am einfachsten bewerkstelligen, wenn man gleich in Schöneberg oder in Prenzlauer Berg wohnte. Florist und Friseur waren nicht schwer zu finden. Die Suche nach schwulen Fleischern war schon ein etwas schwierigeres Unterfangen.

Seit den Neunzigern wurden immer mehr Studien darüber verfasst, wie finanzstark und ausgabefreudig Schwule doch seien. Plötzlich machten auch konservative Konzerne wie Daimler oder die Deutsche Bank in schwulen Zeitschriften Werbung. Und irgendwann wurde aus dem mittelprogressiven großen CSD gefühlt eine reine Werbeverkaufsveranstaltung. Telefonkonzerne kauften sich knackige Buben, die irgendwelche Flyer verteilten, vor lauter Werbung waren politische Botschaften kaum noch zu erkennen.

Wer sich Anerkennung kaufen will, wird feststellen, dass sie nur so lange hält, bis das Geld alle ist. Und übrigens sind viele Schwule und Lesben auch gar nicht reich. Die werden aber auch selten als Posterboys genommen.

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