Werbung
  • Politik
  • Dating-Webseite in der Kritik

Belgien steht nicht auf Sugardaddys

Studentinnen werden auf Werbeplakaten zum Treffen mit wohlhabenden Männern aufgefordert / Beschwerde bei Ethikausschuss eingereicht

  • Lesedauer: 2 Min.

Brüssel. Wohlhabender Mann sucht hübsche Studentin und ermöglicht ihr ein gutes Leben: Eine Dating-Webseite, die Studentinnen eine »Verbesserung ihres Lebensstils« durch reiche Männer verspricht, hat am Montag in Belgien für Aufregung gesorgt. Nahe der Freien Universität von Brüssel ermutigten freizügige Werbeplakate auf Lastwagen, mit einem »Sugardaddy« auszugehen - eine Umschreibung für ältere, wohlhabende Männer, die Beziehungen mit jungen Frauen haben und sie dafür finanziell verwöhnen.

Die Werbe-Lastwagen waren pünktlich zum Semesterbeginn am Montag in der Nähe der renommierten Universität geortet worden. Daraufhin legte die Universitätsleitung Beschwerde vor dem belgischen Ethikausschuss für Werbung ein. Die Föderation Wallonie-Brüssel, die für die Hochschulen in der Hauptstadt zuständig ist, kündigte eine Klage wegen Anstiftung zur Prostitution an.

Auch die Studentenvereinigung der französischen Gemeinschaft (Unecof) übte scharfe Kritik an der »unmoralischen« Werbekampagne. »Jeder weiß, dass sich das Phänomen studentischer Prostitution ausbreitet, und hier ist eine Firma, die die Not dieser jungen Frauen für den eigenen Profit ausschlachtet«, sagte Unecof-Präsidentin Opaline Meunier. Die Frauen brauchten »Stipendien« und keinen »Sugardaddy«.

Der Geschäftsführer der Dating-Webseite, Sigurd Vedal, wies die Kritik als »klassisches Missverständnis« zurück: »Unsere Sugarbabys müssen mindestens 18 Jahre alt sein, und Prostitution ist nicht erlaubt.« Der Norweger bezeichnete die Seite als »klassische Datingwebseite, nur dass zu den Kriterien auch der finanzielle Aspekt gehört.«

Weitere Werbetrucks sollen laut Vedal in den kommenden Wochen landesweit im Umfeld von Universitäten positioniert werden. In Skandinavien und den Benelux-Staaten die Seite nach eigenen Angaben bereits 150.000 weibliche Mitglieder, etwa 21.000 von ihnen sind Belgierinnen. AFP/nd

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal