Das war’s dann mit Vermittlung

Nelli Tügel über die Verhaftung des katalanischen Ex-Präsidenten Carles Puigdemont in Deutschland

  • Nelli Tügel
  • Lesedauer: 1 Min.

Der katalanische Ex-Präsident, Gallionsfigur der Unabhängigkeitsbefürworter und längst so etwas wie der »Staatsfeind Nr. 1« in Spanien, Carles Puigdemont, wurde verhaftet. Ausgerechnet in Deutschland, einem der mächtigsten Länder der Europäischen Union. Zuvor hatte schon Finnland zugestimmt, den Politiker verhaften zu lassen, der sich dort kurzzeitig aufgehalten hatte, doch da war Puigdemont offenbar schon weitergereist. Mit diesem Schritt hat sich - Haftbefehl hin oder her - die EU endgültig hinter die spanische Regierung gestellt und damit jede Chance auf eine Vermittlerrolle in dem verfahrenen Konflikt verspielt.

Dabei muss man sich vor Augen halten, dass der nun von der deutschen Polizei Festgenommene wahrlich kein Radikaler ist, er ist ein bürgerlicher Nationalist - einer, mit dem die EU ganz sicher einen Kompromiss hätte finden können, wenn sie es denn gewollt hätte. Im Grunde ist die Verhaftung Puigdemonts ein Schuss ins eigene Knie, eine Auslieferung an Spanien käme der Amputation des eigenen Beines gleich. Denn: Eine Radikalisierung der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien ist dann so gut wie sicher. Gut möglich, dass die EU sich bald wünschen wird, sie hätte mit einem Gemäßigten wie Puigdemont verhandelt.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal