Wie teuer ist 1 Cent?

Dr. Steffen Schmidt erklärt die Welt: Dieses Mal geht es um Kupfermünzen und die Metalle in unserem Geld

  • Christof Meueler
  • Lesedauer: 3 Min.

Es gibt im Internet eine Petition für die Abschaffung der Kupfermünzen, dem kleinen Kleingeld. Was kann man denn dagegen haben?

Na, dass man immer erst kramen muss und das es dadurch an den Kassen länger dauert. Und natürlich diese dämlichen Gestaltung der Preise, die auf »99« oder »95« enden - was wahrscheinlich nur noch bei den Dummen funktioniert. In der Regel wird jeder wissen, dass wenn da »4,99« steht, dass es eigentlich 5 Euro sind. Fürs Sparschwein taugen die kleinen Münzen sowieso kaum noch. Wenn du Kleingeld bei der Bank in Scheine umtauschen oder aufs Konto einzahlen willst, kostet das extra.

Zur Person
Dr. Steffen Schmidt, Jahrgang 1952, ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere.
Christof Meueler fragte ihn nach dem Preis fürs Kleingeld.

Ist die 1-Cent-Münze auch 1 Cent wert ist?

Kommt drauf an. Das Material nicht. Aber die Produktionskosten sind bei den 1-Cent-Münzen höher als der Nennwert. Ich glaube, 1,5 Cent kostet die Herstellung einer Centmünze, zumindest in Deutschland. Davon ist der Materialwert nur ein Teil. Das Teuerste daran ist zwar das Kupfer. Allerdings sieht es nach mehr aus, als es ist.

Die Münzen sind gar nicht aus Kupfer?

Nur oberflächlich, der Kern ist Eisen. Wenn du einen Magnet ranhältst, merkst du das.

Und aus welchem Material bestehen die 10-, 20- oder 50-Cent-Münzen?

Das könnte man volkstümlich als Messing bezeichnen. Wird wohl offiziell als »nordisches Gold« bezeichnet. Das hat mit Gold natürlich reineweg nix zu tun, es ist auch eine Kupferlegierung, die daneben auch ein bisschen Aluminium, Zink und Zinn enthält.

Die DDR-Münzen waren leichter, oder?

Entschieden leichter. War ja nur Aluminium, ein Leichtmetall. Kupfer dagegen ist ein Schwermetall. Im täglichen Gebrauch gab es in der DDR nur zwei Münzen, die nicht nicht aus Aluminium waren: das 5-Mark-Stück, das aus einer Art Bronze war, und die 20-Pfennig-Münze, die war aus Messing. Beide Münzen wurden übrigens von Axel Bertram designt, dem Mann, der Mitte der 90er Jahre dem »Neuen Deutschland« ein neues Layout verpasst hatte.

Ist so eine Münze eigentlich schmutziger als ein Geldschein, bakteriologisch gesehen?

Nee, im Gegenteil. Münzen sind im Unterschied zu Geldscheinen ziemlich keimarm. Vor allem die, in denen Kupfer und Nickel drin ist. Die Metalle wirken antibakteriell. Noch besser wäre Silber. Aber das gibt’s ja nur noch bei Sonderprägungen für Sammler.

Ich kann die kleinen Münzen ohne Brille kaum auseinanderhalten.

Das geht eigentlich. Die haben unterschiedliche Größen und verschiedene Rändelungen.

Du tastest dich durch dein Geld?

Man kann den Rand auch gut sehen, finde ich. Und natürlich fühlen.

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