Weniger Geld für Ateliers als geplant

  • Florian Daetz
  • Lesedauer: 2 Min.

»Will die Berliner Regierungskoalition vor dem Ateliernotstand in Berlin kapitulieren?« fragt Martin Schwegmann vom Berufsverband der bildenden Künstler*innen Berlin (BBK Berlin). Er ist empört über eine Vorlage des Kulturausschusses, der zufolge angekündigte Fördermittel nun doch nicht zur Verfügung stehen sollen: »Tatsächlich haben die Koalitionsabgeordneten aus dem Arbeitsraumprogramm, aus dem auch wesentliche Teile der Atelierförderung in Berlin finanziert werden, verglichen mit dem Senatsentwurf des Haushalts, 500 000 Euro gestrichen«, sagt er.

Der BBK Berlin unterstützt freie Kunstschaffende. Beispielsweise stellt er Werkstätten zur Verfügung, berät oder hilft bei der Ateliersuche. Bei letzterer kooperiert der Verband mit der Senatskulturverwaltung, die Fördermittel gibt, damit Ateliers unter Marktpreis angeboten werden können.

Die bisher angekündigte Fördersumme war aus Sicht des Atelierbeauftragten »ohnehin zu niedrig«. Wird diese nun noch gekürzt, fürchtet er schlimme Auswirkungen: »Der Kunststandort Berlin gerät noch mehr unter Druck und damit in Gefahr, weil sich Künstler*innen auf dem freien Markt nur noch sehr bedingt mit Atelierräumen versorgen können.«

Aus der Senatsverwaltung für Kultur hieß es am Mittwoch, der Förderbetrag werde lediglich für das kommende Jahr abgesenkt, um »Aufwüchse an anderer Stelle des Kulturhaushaltes« zu ermöglichen. Für das Jahr 2021 sei der aktuelle jährliche Förderbetrag wieder vollumfänglich verfügbar.

Allerdings kann Schwegmann auch eine vorübergehende Kürzung nicht akzeptieren. »Künstler*innen werden jetzt verdrängt und gekündigt. In etwa 350 Fällen im Jahr«, sagt er. Seine Hoffnung ist, dass seine Bedenken noch vor der Schlussberatung zum Haushalt am 21. November Gehör finden: »Noch ist der Haushalt nicht zu Ende beraten, noch können die Regierungsfraktionen handeln.«

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