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+++ Chef der Innenministerkonferenz: Grenzschließungen möglich +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Freitag, 12. Februar 2021: +++ Patientenschützer: Strafe für unberechtigte Corona-Impfungen nötig +++ 9860 Neuinfektionen und 556 neue Todesfälle gemeldet +++

  • Lesedauer: 5 Min.

+++ Chef der Innenministerkonferenz: Für Schutz auch Grenzschließungen möglich +++

Berlin. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der baden-württembergische Ressortchef Thomas Strobl (CDU), hält im Kampf gegen die Corona-Pandemie auch erneute Grenzschließungen für möglich. »Sie sind als Ultima Ratio notwendig, wenn es darum geht, Leib und Leben von Menschen zu schützen«, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag. »Wenn eine Region zu einem Hochrisiko- oder Virusmutationsgebiet erklärt wird, greifen bestimmte Maßnahmen und Regeln - und die muss man mit der gebotenen Konsequenz kontrollieren.«

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Donnerstag angekündigt, dass ab Sonntag die Grenzen zu Tschechien sowie zum österreichischen Bundesland Tirol kontrolliert werden. Hintergrund ist das gehäufte Auftreten von ansteckenderen Mutanten des Coronavirus in diesen Gebieten.

»Deutschland schaut mit großer Sorge auf die Entwicklungen in bestimmten Nachbarländern und musste mit Blick auf Tirol und Tschechien jetzt handeln«, sagte dazu Strobl. »Auch wenn die Virus-Mutationen bereits in Deutschland sind - ein weiterer Eintrag muss bestmöglich verhindert werden.«

Grenzschließungen in Form von Einreisekontrollen nach Deutschland gab es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bereits. »Wir haben alle im vergangenen Frühjahr erfahren, wie schmerzhaft Grenzschließungen sind«, sagte Strobl mit Blick darauf. Trotzdem könnten sie notwendig sein.

Die Eindämmung des Coronavirus - und der erneute Herbst-Anstieg

+++ Patientenschützer: Strafe für unberechtigte Corona-Impfungen nötig +++

Berlin. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnt teils Ungerechtigkeiten bei der Reihenfolge der Corona-Impfungen an und fordert die Bestrafung von Vordränglern. »Immer wieder werden Fälle bekannt, dass sich Menschen unberechtigt impfen lassen«, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfstoffverordnung ziele eigentlich auf eine gerechte Zuteilung des Impfstoffes ab - »deshalb ist es unverständlich, dass Jens Spahn bis heute keine Sanktionen für unberechtigte Impfungen in seiner Verordnung vorsieht«. Dies werde nicht einmal als Ordnungswidrigkeit eingestuft, kritisierte Brysch.

Laut Impfverordnung sollen in Deutschland zunächst Menschen über 80 Jahre geimpft werden, außerdem Frauen und Männer, die durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Impfzentren ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. In vielen Bundesländern sind aber auch schon Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, die noch nicht an der Reihe waren - zumeist, weil Dosen des relativ schnell verfallenden Impfstoffes wegen Absagen übrig geblieben seien, die man nicht habe verschwenden wollen, hieß es. So erhielten etwa Kommunalpolitiker, Feuerwehrleute oder Polizisten teils Impfungen.

Eine bundesweit verbindliche Regelung zum Umgang mit den Impf-Resten gibt es bislang nicht. Das Bundesgesundheitsministerium teilte hierzu auf Anfrage mit, Organisation und Durchführung der Corona-Impfungen seien Ländersache. »Diesen obliegt auch die Kontrolle darüber, ob die Priorisierungsvorgaben eingehalten werden.«

In Pflegeheimen und Krankenhäusern müssten zuerst die Impftermine der Pflegebedürftigen bedient und dann die Mitarbeiter in den Blick genommen werden, forderte Brysch. Auch in den Impfzentren müsse damit gerechnet werden, dass nicht immer alle Termine wahrgenommen würden: Hier könne es eine Warteliste von Freiwilligen der gleichen Impf-Prioritätsgruppe geben.

Die aktuellen Covid-19 Impfzahlen für Deutschland

+++ Hotels und Skigebiete öffnen in Polen +++

Warschau. In Polen zeichnet sich mit der erneuten Öffnung von Hotels und Skigebieten ein Ansturm auf die Wintersportorte ab. Allein in dem bekannten Skiort Zakopane in der Tatra würden an diesem Wochenende bis zu 20 000 Gäste erwartet, sagte die Chefin der örtlichen Handelskammer der Nachrichtenagentur PAP. Zakopane hat ihren Angaben zufolge 40 000 Übernachtungsplätze.

Die Corona-Beschränkungen der polnischen Regierung besagen, dass Hotels und Pensionen nur mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent arbeiten dürfen. Auch aus anderen Wintersportorten wurden hohe Buchungszahlen gemeldet.

Die Regierung in Warschau hatte in der vergangenen Woche beschlossen, ab dem 12. Februar Hotels, Kinos und Theater sowie Sportanlagen unter freiem Himmel und Schwimmbäder für eine Testphase von zwei Wochen zu öffnen. Nach Einschätzung des Regierungschefs Mateusz Morawiecki hat das Land zuletzt bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen eine »fragile Stabilisierung« erreicht. Restaurants und Kneipen bleiben aber weiterhin geschlossen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag verzeichnete Polen 7008 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im selben Zeitraum starben 456 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

+++ 9860 Neuinfektionen und 556 neue Todesfälle gemeldet +++

Berlin. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9860 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 556 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Freitag vergangener Woche hatte das RKI 12 908 Neuinfektionen und 855 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 62,2. Vor vier Wochen, am 13. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 155 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 320 093 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.02., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 101 000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 64 191.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,85 (Vortag 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Agenturen/nd

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