U-Bahn-Zukunft im Technikmuseum

Das Modell der neuen U-Bahn-Baureihe JK für die BVG kann ab Juni im Originalmaßstab besichtigt werden.

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.
Unser Autor durfte das Modell vorab besichtigen. Für alle anderen wird das vorraussichtlich ab Juni möglich sein.
Unser Autor durfte das Modell vorab besichtigen. Für alle anderen wird das vorraussichtlich ab Juni möglich sein.

Berlin. Es ist ein veritables Raumwunder, das Modell der neuen U-Bahn-Baureihe JK für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Originalmaßstab, das im Technikmuseum in Kreuzberg steht. Das ansonsten beengte Gefühl, das einen bei den in den letzten 15 Jahren beschafften U-Bahn-Zügen für das sogenannte Kleinprofil der U-Bahn-Linien U1 bis U4 beschleicht, ist wie weggeblasen. Kein Wald an Infomonitoren trübt den Blick durch den Wagen, die wuchtigen Säulen neben den Türen sind verschwunden. Rundherum ist deutlich mehr Platz.

»Es gibt nur noch zwei statt drei Türen pro Wagen, dafür mehr Sitzmöglichkeiten«, sagt Björn Braune, Projektleiter Fahrzeugbeschaffung bei der BVG, bei der Pressevorstellung am Montag.

Die Aufgeräumtheit hat ihren Preis – die Fensterfläche ist deutlich kleiner als bisher. Gegen das U-Boot-Gefühl helfen die großen Monitore an den Wänden. Auf ihnen soll auch eine Orientierung gegeben werden, wo sich welcher Ausgang am gerade angefahrenen Bahnhof befindet. Seit langer Zeit Standard in japanischen und südkoreanischen U-Bahnen.

»Kurz vor Weihnachten 2022 sollen die ersten Testfahrzeuge bei uns eintreffen«, sagt BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt. Sowohl für das Kleinprofil sowie die etwas breitere und wie bisher dreitürige Variante J für das Großprofil. Letztere soll auf der U5 ihre Testfahrten absolvieren. »Wenn alles so läuft, wie geplant, kommen Ende 2023 die ersten Serienfahrzeuge«, so Erfurt.

Corona ist aber ein Terminrisiko. Fest bestellt sind beim Hersteller Stadler Pankow 140 Wagen für das Kleinprofil und 236 für das Großprofil der Linien U5 bis U9. Die Technik von beiden Varianten ist weitgehend vereinheitlicht, somit müssen weniger teure Ersatzteile auf Lager gehalten werden. Insgesamt bis zu 1500 Wagen könnten es werden – mehr als die rund 1300 derzeit im Einsatz befindlichen. Bis genug Züge da sind, um den Takt zu verdichten, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen.

Ab 1. Juni kann Jedermann das Modell in Augenschein nehmen, dann soll das Technikmuseum wieder öffnen. Direkt daneben ist der älteste erhaltene U-Bahnwagen Deutschlands vom Berliner Typ AI zu bewundern. Er wurde 1908 gebaut.

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