Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen

Durch den Zusammenschluss würde Europas größter Immobilienkonzern entstehen

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Das wird teuer
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Berlin. Nach zwei vergeblichen Übernahmeversuchen haben sich die Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen auf einen Zusammenschluss geeinigt. Beide Unternehmen teilten am Montagabend mit, sie hätten eine entsprechende Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Demnach soll es ein freiwilliges Übernahmeangebot der Vonovia an die Aktionäre der Deutsche Wohnen geben. Sollten die Kartellbehörden zustimmen, entstünde durch den Zusammenschluss Europas größter Konzern für Wohnimmobilien. Die Unternehmen stellten eine enge Zusammenarbeit mit der Politik und Lösungen insbesondere für den Berliner Wohnungsmarkt in Aussicht.

Vonovia will den Aktionären der Deutschen Wohnen im Wege eines freiwilligen Übernahmeangebots 53,03 Euro je Aktie bieten. Der angebotene Kaufpreis beträgt damit knapp 19 Milliarden Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen begrüßten nach Unternehmensangaben das geplante Übernahmeangebot der Vonovia. Vorbehaltlich der Prüfung der finalen Angebotsunterlage wollen sie dies unterstützen und den Aktionären die Annahme empfehlen, wie es in der Mitteilung des Unternehmens weiter hieß.

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Durch den Zusammenschluss wollen Vonovia und Deutsche Wohnen ein »mieterorientiertes und gesellschaftlich verantwortungsvolles Wohnungsunternehmen« schaffen. »Das Marktumfeld ist für Vonovia und Deutsche Wohnen in den vergangenen Jahren immer ähnlicher geworden. Jetzt ist der richtige Moment, die erwiesene Leistungsfähigkeit und Stärken beider Unternehmen zu vereinen«, erklärte Deutsche Wohnen-Chef Michael Zahn.

Die Unternehmen stellten eine gemeinsame Verantwortung »für eine soziale und nachhaltige Wohnungspolitik« in einem Zukunfts- und Sozialpakt Wohnen mit dem Land Berlin in Aussicht: Dazu soll eine Begrenzung der Mietsteigerungen bis 2026 zählen. Die Unternehmen planen eigenen Angaben zufolge auch, den Neubau in Berlin anzukurbeln.

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Das geplante Übernahmeangebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent aller ausstehenden Deutsche-Wohnen-Aktien. An dieser Quote war 2016 der letzte Übernahmeversuch von Vonovia gescheitert, da ihr nur rund 30,4 Prozent der Deutsche Wohnen-Aktien angedient wurden.

Die Deutsche Wohnen hatte sich vehement gegen den Übernahmeversuch gewehrt. Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen damals, das Angebot nicht anzunehmen. AFP/nd

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