Super Erfindung

Vier Freunde treffen sich wieder, einer zahlt die Zeche

Super Erfindung

MIKE MLYNAR

»Ist doch 'ne super Erfindung, so ein Biergarten, oder?«, stellt Frieder fest, sich genüsslich in seinem Stuhl zurücklehnend und Frank, Fred und Fritz am Tisch zufrieden betrachtend. Die vier Freunde, alle so um die 70, sitzen dieser Tage erstmals wieder bei gutem Essen und Trinken zusammen. »Na ja, was heißt Erfindung. Zumindest ist´s keine neue«, wirft Fred ein, »hier bei uns hieß es nur anders, mal Gartenrestaurant, mal Terrasse, oft auch schlicht bloß ›draußen sitzen‹.« »Genau, habt ihr doch von euch da drüben mitgebracht«, wendet Frank sich an Frieder, den einzigen Wessi des Freundesquartetts, »klingt aber ganz gemütlich.« »Ist es auch«, betont Frieder. »Besonders natürlich bei den ursprünglichen Erfindern in Bayern. Da bringt man ja seine Brotzeit in die Biergärten zum Verspeisen mit und braucht nur noch die Getränke zu bestellen.« »Ich dachte ja lange, dass ›Biergarten‹ aus dem US-Englisch zu uns reexportiert worden ist«, verrät Fred. »Denn da drüben gibt es gefühlt mehr ›beer gardens‹ als ›kindergartens‹.« Wozu er auch gleich noch einen Ami-Spruch parat hat: »If it weren’t for them, baseball would likely be our only excuse to sip ›Lager‹ in the sun.« »Und was genau heißt das nun?«, fragt der eher frankophile Frieder. »Weil, wenn es die Biergärten nicht gäbe, Baseball unsere einzige Ausrede bliebe, um in der Sonne ein ›Lager‹ zu zischen«, reagiert Fred recht genau den Ton treffend. »War eben nicht alles schlecht in der DDR, mitunter auch der Englischunterricht nicht«, grinst Fritz und winkt dem Kellner.

Bevor sich die vier auf den Heimweg machen, knobeln sie noch, wer die Zeche begleichen darf. Frank gewinnt und bezahlt in bar auf den Cent genau, denn die anderen drei wollen wenigstens das Trinkgeld beisteuern. Nach dem Bezahlen hat Frank nur noch ein Fünftel des ursprünglichen Geldbetrags in seiner Geldbörse. Und zufällig ergibt sich in ihr noch diese Relation: Die Anzahl der Euros in dem Betrag, den er vor dem Bezahlen in der Börse hatte, war nun gerade so groß wie die Anzahl der Cents in dem Betrag nach dem Bezahlen. Und umgekehrt war die Anzahl der Cents in dem Betrag in seiner Börse anfangs fünfmal so groß wie die Anzahl der Euros in dem Börsenbetrag beim Nachhausegehen. Wie viel hatte er bezahlt?

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