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Rückhalteflächen als Schutz vor Flutgefahr

Brandenburg verbessert mit Hilfe des Bundes im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms die Sicherheitsvorkehrungen entlang seiner Flüsse

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

»Um den Hochwasserschutz in Brandenburg steht es gut.« Das erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums in Potsdam mit Blick auf die Unwetterkatastrophe vom Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf Anfrage des »nd«. Nach den großen Hochwasserereignissen an der Oder im Jahr 1997 und der Elbe in den Jahren 2002 und 2013 seien die hiesigen Schutzanlagen erneuert und verstärkt worden. »An beiden Flüssen wurden seit 1997 etwa 780 Millionen Euro für die Verbesserung des Hochwasserschutzes investiert«, betonte er. Auch für die Zukunft strebe das Land Brandenburg an, jährlich in der Größenordnung von 30 bis 35 Millionen Euro in den Hochwasserschutz zu investieren. Dafür wurden und werden auch Fördermittel von Bund und EU in Anspruch genommen.

Im Rahmen des 2014 beschlossenen Nationalen Hochwasserschutzprogrammes habe Brandenburg acht Projekte angemeldet, so das Umweltministerium. Unter anderem seien vier gesteuerte Flutungspolder an Elbe und Oder sowie eine Deichrückverlegung entlang der Schwarzen Elster geplant, teilte das Ministerium der Nachrichtenagentur dpa mit.

Angesichts der schweren Hochwasserfolgen vom Juli vor allem in Westdeutschland beklagte der Bund für Umwelt und Naturschutz Nachholebedarf in Brandenburg bei der Schaffung von Rückhaltebecken. Den Flüssen müsse endlich mehr Raum gegeben und es müssten sogenannte Retentionsflächen zum Rückhalt von Hochwasser geschaffen werden, so die Naturschützer. Eine Rückverlegung von Deichen zur Schaffung von Rückhalteflächen habe es allerdings nur punktuell gegeben.

Zwei Vorhaben zur effektiveren Nutzung der Havelpolder an Flussgebieten der Unteren Havel zum Rückhalt von Hochwasser stehen nach Angaben des Ministeriums kurz vor dem Abschluss. Die im Rahmen des nationalen Hochwasserschutzprogrammes geplanten Projekte seien um ein Vielfaches größer als die bislang im Land umgesetzten Projekte. Für die Inanspruchnahme der zumeist landwirtschaftlich genutzten Flächen gebe es im Land seit 2019 eine Entschädigungsregelung, die mehr Akzeptanz schaffe.

Gesteuerte Flutungspolder in der Karthaneniederung und der Lenzer Wische an der Elbe und in der Ziltendorfer und Neuzeller Niederung an der Oder werden derzeit untersucht. Es liefen hydraulische Berechnungen sowie Deich- und Bodenuntersuchungen. Bei der Lenzer Wische starten in Kürze die ingenieurtechnischen Planungen.
Wie das Ministerium mitteilte, wurden entlang der Schwarzen Elster 40 potenzielle Flächen für Deichrückverlegungen identifiziert. Für eine erste Fläche bei Zobersdorf ist 2022 das Planfeststellungsverfahren geplant. Wie »nd« erfuhr, laufen an der Schwarzen Elster Planungen vor allem für den Schutz der Ortslagen von Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg sowie Ortrand an der Pulsnitz. Mit dpa

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