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Muskelspiel vor der Wahl

Das abrupte Ende der kostenlosen Bürgertests

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.

Am Dienstag einigten sich Bund und Länder in Sachen Coronatests darauf, dass diese ab dem 11. Oktober für Ungeimpfte kostenpflichtig werden. Nun muss sich zeigen, ob das für die Pandemiekontrolle nicht ein Schuss in den Ofen bedeutet. Mit einiger Sicherheit lässt sich von steigenden Preisen für Selbsttests ausgehen, auch die noch existierenden Teststellen in den Gemeinden werden diese neue Volte der Marktbereinigung für sich zu nutzen wissen und ihre Angebote anpassen.

Statt Ruhe in das Geschehen zu bringen, geht nun für Ungeimpfte (aus welchem Grund auch immer sie das – noch – sind) die Hatz auf Schnäppchen oder Schlupflöcher los. Das alles um den Preis, bisherigen Impfverweigerern oder -nachzüglern zu zeigen, wo der Hammer hängt? Stärke beweisen im Anrollen der nächsten Pandemiewelle – oder eher angesichts des nahenden Wahltermins? Wie sich dieses Vorgehen damit vereinbaren lässt, einen neuen Lockdown auf jeden Fall zu vermeiden, weiß der Himmel allein. Einen rationalen Stufenplan, nach dem differenzierte Maßnahmen nach festen Pandemiekriterien, über die reine Inzidenz hinaus, vorgesehen sind – ein solches Instrument mochte die Bundesregierung bis jetzt nicht anwenden. Da verwundert das neue Flickwerk auch nicht mehr.

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