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Olaf Scholz und die SPD liegen vorn

Umfrage verheißt der CDU Wahlniederlage in Brandenburg

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl und nicht erst am 26. September, so hätte in Brandenburg die SPD mit 29 Prozent der Stimmen die Nase vorn (AfD 18, CDU 15, Linke elf, Grüne und FDP neun Prozent). Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des Rundfunks RBB. Im Zeitraum 25. bis 30. August wurden 1157 wahlberechtigte Brandenburger befragt. Die am Mittwochabend veröffentlichten Ergebnisse überraschen. Zwar gewann die SPD bisher alle Landtagswahlen seit 1990. Doch bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 siegte nicht nur bundesweit, sondern auch in Brandenburg die CDU. 2017 lag die CDU mit 26,7 Prozent in Brandenburg deutlich vor AfD (20,2), SPD (17,6), Linke (17,2), FDP (7,1) und Grünen (5,0).

Würde der Kanzler direkt gewählt, würden 47 Prozent der Brandenburger Olaf Scholz (SPD) ankreuzen. Im Vergleich zu einer Umfrage im Mai bedeutet dies ein Plus von 24 Prozentpunkten. Für Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) würden sich nur je neun Prozent entscheiden. CDU-Mann Laschet wünschen sich sogar nur 45 Prozent der Anhänger seiner eigenen Partei als Kanzler. Immerhin 31 Prozent der CDU-Wähler würden bei einer Direktwahl für den Sozialdemokraten Scholz stimmen. Zum Vergleich: 91 Prozent der SPD-Anhänger wünschen sich, dass Scholz Kanzler wird.
SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn freut sich über die für seine Partei guten Nachrichten. Er erwartet, dass die ausgezeichneten Werte für Olaf Scholz auch das Ergebnis der SPD noch nach oben ziehen werden. »Es zeigt sich«, so erklärt Stohn dem »nd« am Donnerstag, »dass sich die Menschen nach der Ära Merkel die Frage stellen: Wer soll das Land führen?«

Der Trend sei für seine Linkspartei »nicht erfreulich«, sagt Landesgeschäftsführer Stefan Wollenberg. Allerdings zeige sich in den letzten Wochen eine hohe Dynamik und offenbar noch viel Wechselbereitschaft bei den Wählern. Die Partei werde nun noch deutlicher machen: »faire Löhne, gute Arbeit, einen wirklichen Systemwechsel im Gesundheitswesen, einen Mietendeckel, der auch wirkt – all das wird es nur mit einer starken Linken geben«, so Wollenberg. »Dafür zählt jede Stimme.«

Wäre am Sonntag Landtagswahl, so bekäme die SPD jetzt 34 Prozent – 7,8 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2019. Sonst verbessern sich nur die FDP von 4,1 und die Freien Wähler von fünf auf beide sieben Prozent. Es sacken ab: Die AfD von 23,5 auf 17 Prozent, die CDU 15,6 auf 13, die Grünen 10,8 auf acht und die Linke von 10,7 auf neun Prozent. »Das Stimmungsbild zur Landesebene bestätigt unseren Weg des ruhigen und sachlichen Regierens«, meint David Kolesnyk, Generalsekretär der Landes-SPD. »Es zeigt sich deutlich, wo die SPD im Land steht, wenn der übergeordnete Trend nicht in eine andere Richtung bläst.«

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