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Erfolg für kampfbereite Belegschaft

Die Beschäftigten von Teigwaren Riesa haben mit einem fast vierwöchigen Streik mehr Lohn erzwungen

  • Von Martin Höfig
  • Lesedauer: 2 Min.
Ein streikender Angestellter vor dem Firmensymbol der Teigwaren Riesa
Ein streikender Angestellter vor dem Firmensymbol der Teigwaren Riesa

Nicht nur die Krankenhausbewegung in Berlin ist in ihrem Arbeitskampf standfest und solidarisch, auch die Beschäftigten des Nudelherstellers Teigwaren Riesa haben sich nun in einem ersten Schritt durchgesetzt. Nach einem knappen Monat konsequenten Streiks konnten sie einen Tarifabschluss erzwingen, mit dem die Löhne innerhalb der kommenden sieben Monate um einen Euro in der Stunde steigen. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwoch mitteilte, hat der Tarifvertrag eine Laufzeit bis August 2022. Anschließend werde über weitere Lohnerhöhungen neu verhandelt.

Noch Ende Juli beharrte die Unternehmensführung des Nudelproduzenten darauf, frühestens im nächsten Jahr über höhere Löhne verhandeln zu wollen. Sie verwies dabei auf die wirtschaftliche Entwicklung, obwohl die Teigwaren Riesa als Marktführer im Osten gerade während der Corona-Pandemie noch mal mehr Umsatz gemacht hatte als sowieso schon (»nd« berichtete).

»Mit viel Durchhaltewillen und Solidarität hat sich die Belegschaft das Lohnplus erkämpft.« Uwe Ledwig NGG-Landesvorsitzender Ost

»Mit viel Durchhaltewillen und Solidarität hat sich die Belegschaft das Lohnplus erkämpft«, konnte der Landesvorsitzende Ost der Gewerkschaft NGG, Uwe Ledwig, dagegen nun verkünden. Für Geschäftsführer Mike Henning diene der Tarifabschluss lediglich der Befriedung der Situation und der Abwendung weiteren wirtschaftlichen Schadens von dem etwa 150 Mitarbeiter*innen beschäftigenden Unternehmen, wie er am Mittwoch sagte.

Die Teigwaren Riesa sind ein Tochterunternehmen von Alb-Gold in Baden-Württemberg, wo die Beschäftigten für die gleiche Arbeit noch immer weit mehr verdienen als ihre Ost-Kolleg*innen. Dagegen kommen die Riesaer Angestellten auch mit dem neuen Tarifvertrag pro Arbeitsstunde auf gerade mal 1,54 Euro über dem gesetzlichen Mindestlohn. »Doch das sind letztlich 173 Euro mehr im Monat, die wir mit diesem wohl längsten Streik in der Geschichte der NGG hier durchgesetzt haben«, sagt ihr Landesbezirkssekretär Ost, Olaf Klenke. Es habe auch viel Unterstützung gegeben – von Beschäftigten aus Ost und West, betont er weiter. Und: »Die Eigentümerfamilie ging ja so weit, sogar mit der Schließung der Fabrik in Riesa zu drohen. Doch die Beschäftigten dort haben sich nicht einschüchtern lassen und ihre Sache selbstbewusst durchgezogen.«

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