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Zahlen & Fakten

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Gewerkschaften fordern Reform der Minijobs

Gewerkschaften und Sozialverbände fordern von der neuen Bundesregierung eine grundlegende Reform der Minijobs. Diese müssten endlich in Beschäftigung mit sozialer Absicherung umgewandelt werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie Tausende Menschen ihren Minijob verloren hätten und ohne Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld in Not gerieten.

Piel kritisierte Pläne der Union, die Verdienstgrenze bei geringfügiger Beschäftigung von derzeit 450 auf 550 Euro anzuheben. Dies sei »fahrlässig und unsozial und würde einen krassen Fehlanreiz für noch mehr Minijobs schaffen«, erklärte sie. Minijobs seien »eine echte Falle«. Nach jahrelanger Arbeit ohne soziale Absicherung seien Armutsrenten im Alter eine direkte Folge. Das gelte besonders für Frauen, sie machten rund 70 Prozent der ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Erwerbsalter aus.

Ostlöhne rund 1000 Euro unter den Westlöhnen

Ostdeutsche verdienen noch immer rund 997 Euro brutto im Monat weniger als Arbeitnehmer in den westdeutschen Bundesländern. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Lohnlücke etwas verkleinert: 2019 wurden im Osten durchschnittlich 1085 Euro weniger verdient. Neben einer geringen Lohnsteigerung im Osten trugen demnach Lohnverluste im Westen durch die Corona-Pandemie zur Verringerung des Abstandes bei.

Der Durchschnittslohn vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Westen betrug 2019 noch 4546 Euro und ging 2020 auf 4506 Euro zurück. In den ostdeutschen Ländern stieg er hingegen von 3461 Euro im Jahr 2019 auf 3509 Euro im Jahr 2020

2020 ein Höchststand an Lohnfortzahlungen

Die Arbeitgeber haben 2020 mit insgesamt 74,3 Milliarden Euro an Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall die höchste Summe in der bundesdeutschen Geschichte gezahlt. Das ist ein Plus von mehr als vier Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr (70,2 Milliarden Euro). Bis 2025 werde die Summe voraussichtlich auf über 84 Milliarden Euro steigen, besagt eine Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Summe setzt sich aus den Bruttogehältern und den fälligen Sozialversicherungsbeiträgen zusammen.

Der Anstieg der Ausgaben 2020 sei nicht auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, denn der Krankenstand der Arbeitnehmer sei 2020 rückläufig gewesen, sagte Studienautor Jochen Pimpertz. Verantwortlich seien der nach wie vor hohe Beschäftigungsstand und die höhere Zahl erkrankter Mitarbeiter. Zudem müssten die Arbeitgeber seit Anfang 2019 wieder die Hälfte des Zusatzbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen.

Künftig würden die Ausgaben für die Lohnfortzahlung stärker zunehmen, da die Beschäftigten im Durchschnitt älter werden und daher häufiger schwerer erkrankten als jüngere Jahrgänge. Deshalb seien mehr präventive Anstrengungen »unverzichtbar«. epd/nd

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