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Rufer in der politischen Wüste

Martin Ling über den deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.

Über den 16. Entwicklungspolitischen Bericht der Bundesregierung werden die Meinungen geteilt sein. Darüber, dass mit dem Entwicklungsminister Gerd Müller ein Streiter für globale Gerechtigkeit das Ministerium acht Jahre anführte, nicht. Der CSU-Politiker hat auch bei seinem letzten Auftritt in Ministerehren kein Blatt vor den Mund genommen: »Hunger ist Mord.« Ganz einfach, weil mit 40 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr für eine nachhaltige Ernährungs- und Landwirtschaft der Hunger bis 2030 besiegt werden könnte.

Investieren müssten die Industrieländer, die Privatwirtschaft und die Entwicklungsländer allesamt, um die Zahl der Hungernden in den verbleibenden Jahren von 811 Millionen auf Null zu bringen. Der Vergleich mit den jährlichen Rüstungsausgaben zeigt, dass es eine Frage von politischen Prioritäten und damit des politischen Willens ist. 2000 Milliarden Dollar fließen derzeit jährlich in Aufrüstung und Verteidigung.

Dass die Lage in vielen Ländern des Globalen Südens so katastrophal ist, hat mit der Politik des Globalen Nordens, ob nun militärische Sicherung des Ressourcenzugangs oder unfairer Handelspolitik per Dumping, viel zu tun. Wenn der Norden die richtigen Weichen stellt, zieht der Süden nach. Noch verhallen Müllers Rufe ungehört.

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