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Der Nachfolger

Thomas West ist der neue US- Sonderbeauftragte für Afghanistan

Thomas West muss es besser machen als sein vormaliger Chef Zalmay Khalilzad, den er im Oktober als neuer US-Sonderbeauftragter für Afghanistan beerbte. West war bis dahin Stellvertreter Khalilzads; der trat zurück, weil er mitverantwortlich zeichnet für das Chaos in Afghanistan: Auf seine Initiative handelten die USA in Katar mit den Taliban den Truppenabzug aus - und stärkte diesen so den Rücken. Das Ergebnis ist bekannt. Aber kann Thomas West den Job wirklich besser?

Erfahrung mit der Region hat er jedenfalls zuhauf: Von 2012 bis 2015 fungierte er als Sonderberater des Vizepräsidenten für Südasien und Direktor für Afghanistan und Pakistan beim Nationalen Sicherheitsrat; von 2011 bis 2012 war er leitender Diplomat in der afghanischen Provinz Kunar, wo er mit US-Militärs zusammenarbeitete und ein Wiederaufbauteam leitete. Seine Karriere begann er als politischer Referent an der US-Botschaft in Islamabad und Referent für Pakistan in Washington. Ausgebildet wurde West in Internationalen Beziehungen an der renommierten Johns-Hopkins-Universität. Also eine klassische Diplomatenlaufbahn, die Thomas West direkt ins US-amerikanische Politestablishment führte.

Nun wartet auf ihn die heikle Aufgabe, einen Modus Vivendi mit den Machthabern in Kabul zu finden und dabei die US-amerikanischen Interessen im Blick zu behalten. Am Donnerstag traf er dazu in Pakistan mit russischen und chinesischen Diplomaten sowie Vertretern der Taliban zusammen. Washington geht es in erster Linie darum, »dass Afghanistan nie wieder zu einem Ausgangspunkt für Terroristen wird«, stellte Thomas West am Montag bei einem Pressegespräch klar. Die USA wollen, dass die Taliban »sehr energisch« gegen Terrorgruppen wie ISIS-K und Al-Qaida vorgehen. Die humanitäre Situation scheint da erst mal zweitrangig: Hauptsache sie läuft nicht aus dem Ruder und zieht politische Instabilität nach sich.

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