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Impfpflicht nicht weiter vertagen

Daniel Lücking über die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 2 Min.
Die Impfpflicht bleibt weiterhin in der Diskussion.
Die Impfpflicht bleibt weiterhin in der Diskussion.

»Impfen, boostern: Das ist der Weg aus der Krise«, sagte der designierte SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag nach der Bund-Länder-Runde in Berlin. Aber handelt er danach? Leider nein. Mit einem »Prüfauftrag« an die Ethikkommission, ob eine Impfpflicht vertretbar ist, wird diese Pflicht frühestens im Februar 2022 kommen. Ganz so, als hätten die vergangenen zwei Jahre der Pandemie nicht längst die Gedanken dahin laufen lassen, soll nun weiterhin nur nachgedacht werden. Ganz so, als hätten nicht andere Länder durch frühzeitiges Boostern gezeigt, wie sich eine weitere Welle von Covid-Erkrankungen zunächst abfedern lässt.

Millionen geimpfter Menschen haben die Immunisierung schadlos überstanden. Je früher der Impfstatus erneuert, je breiter er gewährleistet ist, desto geringer die Infektionszahlen. Das zeigte das Vorgehen in Israel, obgleich man sich auch dort auf eine fünfte Welle vorbereitet. Darauf zu setzen, dass die weiterhin hadernden Menschen oder aber rechtsideologisch geprägte, denkbefreite Totalverweigerer demnächst eine Einsicht ereilt, ist ein Kalkül, das uns weitere Wellen bescheren wird. Deren Intensität dürfte kaum nachlassen.

Selbstverständlich soll weiterhin gelten, dass medizinische Gründe, die gegen eine Impfung sprechen, berücksichtigt werden. Doch nach dem ersten Jahr der Impfungen darf es als zumutbar angesehen werden, einen Impfausschlussgrund durch qualifizierte Mediziner*innen nachweisen zu können. Die Impfpflicht sollte daher nicht länger aufgeschoben und ausgesessen werden, denn die Grenzen der Freiwilligkeit sind ausgeschöpft. Diejenigen, die sich nicht entscheiden wollen, gefährden schon zu lange Menschenleben. Egal, ob es politisch Verantwortliche in Bund und Ländern oder unbelehrbare Impfverweigernde sind.

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