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Trainings gegen häusliche Gewalt

  • Von Stefanie Wurm, Wfd
  • Lesedauer: 2 Min.
nd-Soliaktion: Trainings gegen häusliche Gewalt

Hat sich die Arbeit des STEPS-Netzwerks durch die Corona-Pandemie verändert?

Marianne Gysae-Edkins: Wir arbeiten seit Jahren mit Menschenrechtsorganisationen, Filmemacher*innen und Rundfunkanstalten in Botswana, Lesotho, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Uganda zusammen. Durch Covid-19 ist dieses Netzwerk noch stärker zusammengewachsen.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Die von uns moderierte Whatsapp-Gruppe des Netzwerkes ist sehr lebendig: Die Aktivist*innen teilen selbst produzierte Handy-Videos mit der Gruppe, geben Tipps und motivieren sich gegenseitig.

Wie sieht das konkret aus?

Wegen der Zunahme häuslicher Gewalt während der Pandemie haben sich unsere männlichen Kollegen zu ihrer eigenen Rolle als Männer und Väter ausgetauscht. Sie haben in Online-Trainings STEPS-Filme wie »Fatherhood« aus Lesotho diskutiert, die eigene Perspektive hinterfragt und sich gegenseitig motiviert, geschlechtsspezifisches Verhalten auch in ihrem privaten Umfeld zu ändern. Mit Handys haben sie Interviews und Reaktionen von Familien- und Gemeindemitgliedern aufgenommen. Diese Geschichten teilen wir mit vielen anderen Betroffenen in unseren Partnerländern, um Voraussetzungen für den sozialen Wandel zu schaffen.

Wie negativ wirkt sich die Pandemie wirtschaftlich aus?

Mich besorgt, dass viele Jugendliche nicht wissen, wie sie diese Pandemie überleben sollen - die wenigen, die Jobs hatten, haben diese mittlerweile verloren. Jetzt teilen die Aktivist*innen in den sozialen Medien unserer Partnerländer eigene Erfahrungen und Ideen, um ihre Lebensgrundlagen zu sichern: Da werden Nussbäume in Simbabwe gepflanzt, Kleingärten angelegt und Hühner in Malawi gezüchtet, Masken und Badehauben in Uganda hergestellt und vertrieben. Und diese Ideen werden nicht nur weiterverbreitet, sondern auch oft von anderen nachgemacht.

Das klingt hoffnungsvoll.

Diese Widerstandsfähigkeit, die unglaubliche Resilienz der jungen Menschen in unserem Netzwerk - ja, das macht mir Hoffnung! Trotz schlimmster Widrigkeiten sagen sie immer wieder Ja zum Leben, sie schauen nach vorn und nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand.

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