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Zahlen & Fakten

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Unter Corona nimmt der Stress deutlich mehr zu

Gut ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich häufig gestresst, knapp zwei Drittel gelegentlich. Eine aktuelle Stressstudie der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt die ersten Corona-Effekte auf. Danach ist für die Hälfte der Befragten (47 Prozent) das Leben seit Beginn der Pandemie deutlich stressiger geworden.

Gegenüber der ersten TK-Stress-Studie von 2013 habe das subjektive Stressempfinden in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich zugenommen. Bei häufig Gestressten gab es einen Anstieg um knapp ein Drittel.

Als insgesamt wichtigsten Stressfaktor nennen 47 Prozent der Befragten ihren Beruf, die Schule oder die Ausbildung. Durch die Einschränkungen in der Corona-Pandemie ist das Leben für Eltern im Homeoffice besonders anstrengend geworden. Für zwei Drittel (64 Prozent) hat sich der Stresspegel erhöht, während nur 42 Prozent der kinderlosen Beschäftigten die Homeoffice-Zeit anstrengender fanden als ihr Arbeitsleben zuvor. .

Als weitere häufige Stressgründe werden psychische und soziale Belastungen genannt, an erster Stelle hohe Ansprüche an sich selbst (46 Prozent). Die Krankheit eines nahestehenden Menschen ist in der Corona-Pandemie auf Platz drei der Stressgründe gerückt. Ein Drittel der Befragten nannten sie als zusätzliche Sorge. Der Studie zufolge leiden 80 Prozent der häufig Gestressten unter Erschöpfung, mehr als die Hälfte unter Schlafstörungen und ein Drittel unter Niedergeschlagenheit bis hin zu Depressionen. Mit einem Fünftel machten psychische Erkrankungen den größten Anteil aus.

Armutsrisiko für die Mittelschicht nimmt zu

Der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung ist laut einer Studie zwischen 1995 und 2018 um sechs Punkte auf 64 Prozent zurückgegangen. Das Abstiegsrisiko habe vor allem in der unteren Mittelschicht zugenommen, erklärte die Bertelsmann-Stiftung. Umgekehrt hätten sich die Chancen für Menschen, binnen vier Jahren in die Mittelschicht aufzusteigen, um mehr als 10 Prozentpunkte auf rund 30 Prozent verringert.

Die Untersuchung verwendet eine einkommensbasierte Definition der Mittelschicht. Um zu dieser Gruppe zu gehören, war für eine alleinstehende Person 2018 ein Monatseinkommen von 1500 bis 4000 Euro netto nötig, für ein Paar mit zwei Kindern ein Einkommen zwischen 3000 und 8000 Euro.

Die Mitte habe sich nicht erholt, obwohl die Wirtschaft zwischen Finanz- und Coronakrise um zwei Prozent gewachsen und die Arbeitslosigkeit gesunken sei. Zwischen 2014 und 2017 rutschten 22 Prozent der Mittelschicht in die untere Einkommensgruppe ab. Gefährdet seien jene, die zwischen 75 und 100 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hatten. epd/nd

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