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Radikaler nach der Niederlage

Robert D. Meyer warnt vor einer noch aggressiveren AfD

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.
Spitzenkandidat Jörg Nobis hat mit der AfD in Schleswig-Holstein Schiffbruch erlitten, die Folgen dürften budnesweit zu spüren sein.
Spitzenkandidat Jörg Nobis hat mit der AfD in Schleswig-Holstein Schiffbruch erlitten, die Folgen dürften budnesweit zu spüren sein.

Schles­wig-Hol­stein bedeu­tet für die AfD eine Zäsur: Es ist das ers­te Bun­des­land in der zehn­jäh­ri­gen Par­tei­ge­schich­te, aus dem die Rech­te nach einer Land­tags­wahl wie­der raus­fliegt. Konn­te die­ses Schick­sal im Früh­jahr bei der Saar­wahl noch knapp ver­hin­dert wer­den, ist die AfD nun an einem Kipp­punkt ange­kom­men.

Ver­passt die Par­tei auch am Sonn­tag den Ein­zug in den Düs­sel­dor­fer Land­tag, dürf­te sich ihr Nie­der­gang beschleu­ni­gen. Schon seit 2019 zeigt sich ein Ende ihrer anfäng­li­chen Erfolgs­se­rie, es folg­te eine Pha­se der Sta­gna­ti­on. Damit dar­aus eine Rei­he von Nie­der­la­gen wird, lässt sich vom hohen Nor­den ler­nen. Das Erfolgs­re­zept: Alle demo­kra­ti­schen Kräf­te dür­fen kei­ne Zwei­fel an ihrer Abgren­zung zur AfD las­sen, die CDU muss sich libe­ra­ler auf­stel­len, anstatt die radi­ka­le Rech­te schlecht zu kopieren.

Aller­dings bringt der Nie­der­gang auch ein Pro­blem: Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die völ­kisch-natio­na­len Kräf­te um Björn Höcke die AfD als Ant­wort auf die Wahl­nie­der­la­gen noch aggres­si­ver aus­rich­ten. In Ost­deutsch­land ist dies bis­her eine siche­re Stra­te­gie für zwei­stel­li­ge Ergeb­nis­se. Eine ent­hemm­te Ost-AfD wäre extrem gefährlich.

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