• Berlin
  • Schülerwettbewerb "IdeenSprINGen"

Schanze als Chance

Preise für die besten Entwürfe einer Skisprungrampe in Schülerwettbewerb verliehen

  • Von Matthias Krauß
  • Lesedauer: 2 Min.
Jede Schanze ist anders: Diese hier in China zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Architektur aus.
Jede Schanze ist anders: Diese hier in China zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Architektur aus.

»Wer baut die beste Skischanze?« So fasste Anja Schellhorn, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Ingenieurkammer, die anspruchsvolle Aufgabenstellung zusammen. Nach Ansicht der Jury haben das in der Altersklasse 1 (bis 8. Klasse) Imme Thonack vom Städtischen Gymnasium Wittstock und in der Altersklasse 2 (ab 9. Klasse) Laura Hartert vom Bertolt-Brecht-Gymnasium Brandenburg/Havel getan. In beiden Kategorien wurden Anerkennungsurkunden und Preisgelder bis zum Platz 15 ausgegeben. 129 Schüler und 16 Schulen hatten sich diesmal am Wettbewerb »IdeensprINGgen« beteiligt.

Von 59 eingereichten Skischanzen-Modellen seien 30 zugelassen worden, denn es galt, strenge Kriterien für den Bau der Modelle zu beachten, erklärte Schellhorn. Der Schanzen-Turm habe ein halbes Kilo Gewicht tragen müssen, der Absprungwinkel der Schanze sei auf exakt 11 Grad festgelegt gewesen. Die Funktionsfähigkeit der Modelle als Schanze wurde mit einer Glasmurmel getestet. Es gab Maßgaben für Höhe und Breite der Modelle, und wer sich daran nicht hielt, hatte Pech. Exaktheit ist für Ingenieure eine Grundtugend.

Vielleicht könnten einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich vorstellen, später einmal den spannenden Beruf des Ingenieurs zu wählen, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in ihrem Grußwort. Auch »verdient man da ganz ordentlich«. Zum Teil seien gleichsam Kunstwerke eingereicht worden, ergänzte sie anerkennend und zeigte sich persönlich erleichtert darüber, dass nicht sie selbst in der Jury über die Plätze habe entscheiden müssen. »Das wäre mir schwergefallen.« Sie freue sich, dass zunehmend auch Mädchen bei diesem Bastel- und Tüftel-Wettbewerb mitmachen und das durchaus erfolgreich. Von den geforderten statischen Voraussetzungen »verstehe ich sehr wenig«, bekannte die Ministerin. Aber die Vielfalt der Gestaltung sei zu loben. Es handele sich um »Hingucker«.

Der Vizepräsident der brandenburgischen Ingenieurkammer, Klaus Haake, fand ebenfalls lobende Worte: Im Laufe der Jahre seien Qualität und Quantität der eingereichten Wettbewerbs-Exponate »erheblich angestiegen«. Mit der Skischanze hätten die Ausrichter eine interessante Aufgabenstellung vorgelegt, die auch im wirklichen Leben nach wie vor Kopfzerbrechen bereite. Skischanzen müssten den örtlichen Bedingungen angepasst werden. »Keine Schanze auf Erden gleicht der anderen.« Holz habe sich bewährt, Rohre versprechen eine hohe Standfestigkeit. Aber so viele Beispiele für eine raffinierte Lösung beim Schanzenbau es derzeit auch gebe: Die Suche nach der besten Gestaltung, Steifigkeit und Bauausführung für ein solches Bauwerk gehe weiter. »Es gibt kein Idealkonzept.« Die beiden im Landes-Wettbewerb siegreichen Schanzen-Modelle werden zum bundesweiten Vergleich eingeladen. Dort hatte Brandenburg im vergangenen Jahr einen zweiten Platz erobern können.

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