Das Datenleck führt in den Knast

Daniel Lücking zur Gefahr von Gesundheitsapps

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Die Daten von Zyklus-Apps könnten in letzter Konsequenz ins Gefängnis führen. Der wohl schärfste Problemfall beim Missbrauch von Gesundheitsdaten.
Die Daten von Zyklus-Apps könnten in letzter Konsequenz ins Gefängnis führen. Der wohl schärfste Problemfall beim Missbrauch von Gesundheitsdaten.

Die Idee von Entwickler*innen, mittels einer App Menschen dabei zu unterstützen, einen Überblick in Gesundheitsbelangen zu behalten, ist prinzipiell zu begrüßen. Das zeigte nicht zuletzt die Corona-Warn-App, mit deren Hilfe die Kontaktnachverfolgung gewährleistet werden kann, über die sonst kaum ein Überblick zu behalten ist.

Doch weil es »der Markt« wieder einmal regelt, wie der Markt es für gewöhnlich tut, werden gute Ideen monetarisiert und die erhobenen Daten verkauft. Der Mensch ist ein Produkt – und in den USA bald mit einem Fuß im Gefängnis, wie es jetzt konkret wird. Frauen müssen nach den unmenschlich verschärften Gesetzen zur Abtreibung nun fürchten, auf Basis ihrer Zyklus-Apps Daten zu liefern, die ihnen in letzter Konsequenz Gefängnisstrafen einbringen können.

Auch deutsche App-Konzepte sind längst als Datenfallen erkannt und Sicherheitslücken offengelegt worden, deren Missbrauch nur eine Frage der Zeit ist. Dass der Gesetzgeber diese Apps duldet, statt datenschutzkonform funktionierende Konzepte abzuverlangen, hat offensichtlich der Markt vorab geregelt.

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