Frieden für die Autofahrer

Über Benzinpreise dieses und nächstes Jahr

  • Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Immer noch gibt es große Unwägbarkeiten bei der Versorgung der Schwedter PCK-Raffinerie mit Rohöl. Aber schon ab Januar soll die Raffinerie, die große Teile Ostdeutschlands und Westpolens mit Kraftstoffen versorgt, auf die Verarbeitung von russischem Öl verzichten. Nicht weil die EU das verlangt hätte. Ein Importverbot gilt nur für russisches Öl, das mit Tankern herbeigeschafft wird. Aus der »Druschba«-Pipeline dürfte es weiterhin verwendet werden. Doch da die wertegeleitete bundesdeutsche Außenpolitik für die Handelsbeziehungen zu Russland, aber nicht für die zu Saudi-Arabien gilt, hat man sich den Verzicht selbst auferlegt.

Wir werden es ab Januar womöglich an den Tanksäulen merken. Wird das Benzin knapp, geht der Preis nach oben. Wenn Tanklaster Benzin von weither anliefern müssen, hat der Kunde den Mehraufwand zu bezahlen. In der Wirtschaft drückt außerdem nicht allein eine vorhandene Verknappung von Produkten auf die Preise, sondern bereits ein erwarteter Engpass. Ich bilde mir ein, es schon gespürt zu haben, als ich am Samstag in Hamburg 17 Cent je Liter billiger getankt habe als in Bad Belzig, was natürlich verschiedene Ursachen haben kann.

Nun juckt mich ein höherer Benzinpreis relativ wenig, da ich sehr selten privat Auto fahre. Ich weiß aber, dass in den Weiten Brandenburgs die Busverbindungen oft so schlecht sind, dass die Einwohner auf ein Auto angewiesen sind, um zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Arzt zu kommen. Diese Menschen werden jetzt wahrscheinlich noch mehr bezahlen müssen für den Krieg in der Ukraine als ohnehin schon. Nicht der wichtigste, aber ein Grund mehr, sich Frieden zu wünschen.

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