Nicht-Deutsche in der Bundeswehr: Die Kämpfe der anderen

Daniel Lücking zu Plänen für eine deutsche Fremdenlegion

  • Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
In Frankreich heißt es »Fremdenlegion« - in den US winkt eine schnellere Einbürgerung, wenn der Kriegseinsatz überlebt wird. Auch Deutschland schickt sich an, die Personallücken mit Passanwärter*inne zu füllen.
In Frankreich heißt es »Fremdenlegion« - in den US winkt eine schnellere Einbürgerung, wenn der Kriegseinsatz überlebt wird. Auch Deutschland schickt sich an, die Personallücken mit Passanwärter*inne zu füllen.

Niemand hat vor, eine Fremdenlegion zu errichten – behauptet das Verteidigungsministerium. Laut Boris Pistorius (SPD) prüfe man lediglich, ob der Personalmangel der Bundeswehr mit Menschen zu lösen wäre, die keinen deutschen Pass besitzen. Pistorius denkt vor, CDU und FDP legen nach und wollen wissen, ob nur EU-Bürger*innen, nur solche aus Nato-Staaten oder gleich alle Schießaffinen, mit oder ohne deutsche Sprachkenntnisse, rekrutierbar sein sollten.

Jedwedem Aufwuchs von Armeen ist eine Absage zu erteilen. Ganz besonders aber diesem Plan, der absehbar dem US-Modell folgen wird, bei dem sich die Staatsbürger*innenschaft »erdient« wird. Ein Kriegseinsatz verkürzt dabei die Dauer des Einbürgerungsverfahrens. Im »Kampf gegen den Terror« wurden so zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund schneller im Irak, in Afghanistan und weltweit getötet, als dass sie den ersehnten Pass erhalten hätten. Die deutsche Armee schlug stets einige Jahre nach der US-Armee dieselben Wege ein. Absehbar ist das auch hier. Die Kriegslogik marschiert voran.

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