Gasförderung vor Borkum: Der linke Aufschrei fehlt

Anton Benz über das Gerichtsurteil gegen die Verlegung eines Seekabels zur Gasförderplattform

«STOP GAS» steht in roten Buchstaben im Sand am Strand von Borkum. Aktivist*innen von Fridays for Future demonstrieren auf Borkum gegen Gasbohrungen vor der Insel.
«STOP GAS» steht in roten Buchstaben im Sand am Strand von Borkum. Aktivist*innen von Fridays for Future demonstrieren auf Borkum gegen Gasbohrungen vor der Insel.

Der Erfolg, die Verlegung eines wichtigen Seekabels zur Gasförderplattform vor Borkum vorläufig gestoppt zu haben, darf nicht zu hochgepriesen werden: Er wird die Gasbohrungen auf deutschem Hoheitsgebiet verzögern, nicht aber verhindern. Erst Anfang des Monats hat die Bundesregierung in ihrem Abkommen mit den Niederlanden bekräftigt, mehr klimaschädliches Erdgas fördern zu wollen. Dass die schwarz-rote Koalition die zu erwartenden Schäden für die Umwelt ernsthaft gegen das finanzielle Interesse eines Gaskonzerns abwägt, wie es das Oldenburger Verwaltungsgericht getan hat? Leider undenkbar.

Deshalb bleibt der Widerstand gegen die neue Gier nach Gas wichtig – von außen genau wie aus dem Parlament selbst. Denn sicher ist: Von allein wird sich die Regierung nicht bewegen.

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Zu loben ist dabei der unermüdliche Einsatz der Deutschen Umwelthilfe, die – wie nun erneut – seit Jahren immer wieder erfolgreich gegen die Gasförderung vor Borkum klagt. Ebenso lange demonstrieren die Aktivist*innen von Fridays for Future immer wieder vor Ort gegen das zerstörerische Vorhaben. Auch die Grünen stellen sich konsequent gegen die Bohrungen vor Borkum.

Ein Akteur bleibt in der Causa Borkum indes erstaunlich ruhig: die Linkspartei. Dabei hat sie im Wahlkampf noch reichlich Stimmen damit gesammelt, die einzige Klimapartei mit sozialem Anstrich zu sein. Wenn sich das nicht als leeres Versprechen herausstellen soll, muss sie sich lauter gegen neue Gasprojekte wie vor Borkum stellen.

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