Werbung

Berliner Schüler gedenken Opfer von Winnenden

Polizei hat Notfallplan für Amoklauf

dpa). Trauer und Hilflosigkeit in Berlin nach dem Blutbad von Winnenden: In den Schulen der Hauptstadt stand der Unterricht am Donnerstag in zweiter Reihe. Das sagte die Referatsleiterin der Schulverwaltung für Gewaltprävention, Ria Uhle. Die Schüler gedachten der 16 Opfer eines 17-jährigen Amokläufers in der baden-württembergischen Kleinstadt und besprachen ihre Ängste mit Schulpsychologen und Lehrern. In einer Schule wurde auch ein Gedenkgottesdienst abgehalten.

Derweil beraten Berliner Politiker und Schul-Gewaltexperten, ob und wie solche Taten verhindert werden können. Selbst Wachleute am Eingang einer Schule könnten ein Blutbad nicht verhindern, sagte der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky. Aber sie hätten wahrscheinlich den Täter, der in Winnenden eine auffällige Maske getragen habe, frühzeitig erkannt und die Polizei schnell informiert. Buschkowsky setzt seit Ende 2007 auf die Präsenz eines privaten Wachschutzes vor 16 von 70 Schulen des Problembezirks. »Ihre Waffen sind Mund und Handy«, sagte Buschkowsky.

»In einer solchen Situation kann das Wach-Personal eine Maßnahme sein. Es ist aber eine Illusion, dass dieses solche Ereignisse verhindern kann«, sagte auch Ria Uhle. Auch könne man den Schülern nicht beibringen, wie sie sich im Falle eines Amoklaufes verhalten sollen. »Es gibt einen Notfallplan für Polizei und Lehrer«, sagte Uhle. »Dieser wird jedoch nicht mit den Schülern geprobt. Das wäre eine fatale Situation.« Wie der Notfallplan aussehe, werde aus demselben Grund auch nicht öffentlich gemacht.

Der Berliner Notfallplan geht auf ein bundesweites Grundkonzept zurück. Dieser wurde an die Voraussetzungen und Strukturen in der Stadt angepasst, sagte der Berliner Polizeisprecher Andreas Polley. Es gebe ein enges Präventivnetz, welches Schulen und Polizei gemeinsam betreiben. »Sie dürfen auch davon ausgehen, dass es in einer großen Stadt wie Berlin leichter fällt zu reagieren als in kleineren Städten«, behauptete Polley.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal