Exgeneral verurteilt

29 Jahre Haft für Belagerung von Sarajevo

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Den Haag (dpa/ND). Für seine maßgebliche Rolle bei der Belagerung von Sarajevo während des Bosnienkrieges ist der frühere bosnisch-serbische General Dragomir Miloševic rechtskräftig zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit dieser Entscheidung bestätigte die Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofes für Exjugoslawien am Donnerstag in Den Haag ein bereits 2007 gegen den Angeklagten verhängtes Urteil im Grundsatz. Es reduzierte aber die verhängte Haftstrafe von 33 Jahren um vier Jahre.

Zur Begründung erklärte Richter Fausto Pocar, die erhebliche Mitschuld des Generals an der Tötung Tausender Einwohner Sarajevos durch den andauernden Beschuss der Stadt während des Krieges von 1992 und 1995 sei zwar erwiesen. Jedoch habe die Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachgewiesen, dass der damalige Befehlshaber eines bosnisch-serbischen Armeekorps den Beschuss von Zivilisten durch Scharfschützen persönlich befohlen habe. Mit dieser Begründung hatte die Anklage ursprünglich eine lebenslange Haftstrafe gefordert.

Der heute 67-jährige Miloševic war von 1994 bis zum Ende des Bosnienkrieges Kommandant der Truppen rings um Sarajevo. Durch den Beschuss der einstigen Olympiastadt sollen mehr als 10 000 Menschen getötet worden sein.

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