Brandanschlag auf Synagoge in Worms

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Worms (dpa/ND). Auf die Wormser Synagoge ist in der Nacht zum Montag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte entzündeten an mehreren Stellen des Gebäudes Feuer, eine Fensterscheibe wurde mit einem Molotow-Cocktail eingeworfen, wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Mainz, Klaus-Peter Mieth, am Montag in Worms erklärte. Verletzt wurde niemand, die Schäden an dem Gebäude in der Judengasse halten sich in Grenzen, da die Feuerwehr schnell vor Ort war. Nach den Worten von Mieth fand die Polizei am Anschlagsort acht Kopien eines Bekennerschreibens. Es sei vorerst noch offen, ob das Schriftstück authentisch sei, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Auf dem Papier steht in ungelenkem Deutsch: »Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe.« Es lägen jedoch noch keine konkreten Anhaltspunkte für die Motivation der oder des Täters vor, betonte Mieth.

Ersten Ermittlungen zufolge wurden an dem Sandstein-Gebäude an sechs bis acht Stellen Brandbeschleuniger entzündet. Eine Zeugin habe einen Knall gehört und Feuerschein gesehen, sagte Mieth. Die Frau rief daraufhin die Feuerwehr. Bei der Polizei ermittelt eine 35-köpfige Sonderkommission in dem Fall. Der Schutz der Synagogen in Rheinland-Pfalz sei verstärkt worden, sagte der Mainzer Polizeipräsident Karl-Heinz Weber. »Wir sind sehr dünnhäutig und verletzt«, erklärte Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, die auch für die Wormser Synagoge zuständig ist. Die Gemeinde hat 1035 Mitglieder, davon leben 135 in Worms.

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