Hausdurchsuchung bei Söldnerfirma

»Asgaard - German Security Group« soll gegen Waffenembargo der UNO verstoßen haben

Von Michael Schulze von Glaßer

Seit Ende Juni 2010 führt das Zollfahndungsamt Essen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster ein Ermittlungsverfahren gegen die in einer Kleinstadt bei Münster sitzende Sicherheitsfirma »Asgaard – German Security Group« durch. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben Ende 2009 einen Vertrag mit dem somalischen Politiker Galadid Abdinur Ahmad Darman unterzeichnet. Darman bezeichnet sich selbst als gewählten Präsidenten des Landes und spricht zugleich der international anerkannten Übergangsregierung jegliche Legitimation ab. Mehr als 100 deutsche Söldner sollten in Somalia Kämpfer für Darman ausbilden. Dies verstößt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gegen ein bestehendes Waffenembargo der Vereinten Nationen. Das Embargo verbietet unter anderem die technische Beratung, Hilfe oder Ausbildung im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten für das afrikanische Land.

40 Zollfahnder und Spezialkräfte der Polizei durchsuchten am Dienstag zeitgleich neun Objekte in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft Münster zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt, darunter auch der Vertrag zwischen Asgaard und Darman. Daraus gehe hervor, dass sowohl militärisches Personal als auch entsprechendes Know-how exportiert werden sollten, so Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, gegenüber den »Westfälischen Nachrichten«: »Bereits das stellt einen Verstoß gegen das Embargo dar.« Dennoch wollte sich die Staatsanwaltschaft noch nicht festlegen, ob Anklage erhoben werde. Asgaard-Geschäftsführer Thomas Kaltegärtner zeige sich den Behörden gegenüber kooperativ und habe auch Angaben zur Sache gemacht. Ein Haftbefehl gegen ihn sei bisher nicht ergangen.

Die Ermittlungen dürften die Pläne der deutschen Söldnerfirma, noch mehr Aufträge zu gewinnen und den Firmensitz in ein repräsentatives Gebäude in Düsseldorf zu verlegen, vorerst stoppen. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Existenz der Söldnerfirma und des umstrittenen Vertrags erntete Asgaard heftige Kritik sowohl von der Bundespolitik als auch auf lokaler Ebene.

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