Wege durch die Naturvielfalt

Naturfreunde Brandenburg richten zehn Rad- und Wanderwege in Schutzgebieten ein

  • Benjamin Haerdle
  • Lesedauer: 2 Min.
Naturschutz gilt in der Öffentlichkeit häufig als restriktiv. Die Naturfreunde Brandenburg versuchen nun für mehr Akzeptanz und Bekanntheit der Schutzgebiete zu sorgen, indem sie zehn Rad- und Wanderwege in Brandenburger »Natura 2000«-Gebieten eingerichtet haben.

Zahlreiche Ver- und Gebote in den Naturschutzgebieten und Nationalparks mindern für viele das Vergnügen, Tiere und Pflanzen in freier Natur zu beobachten. Das gilt auch für die »Natura 2000«-Schutzgebiete. Sie bieten besonders gefährdeten Tier- und Pflanzenarten über die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) und die Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union einen strengen Schutz. 620 Flächen in Brandenburg sind gemäß der FFH-Richtlinie, 27 aufgrund der europäischen Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen. Rund 26 Prozent der gesamten Landesfläche stehen damit unter europäischem Schutz.

Die Umweltschutzorganisation Naturfreunde in Brandenburg will auch in den »Natura 2000«-Gebieten wieder Natur zum Anfassen. Ihre Devise: »Nur das, was wir kennen, wissen wir auch zu schätzen«, sagt Rüdiger Herzog, Vorsitzender der Brandenburger Naturfreunde. Für die zehn Routen, von denen sieben bereits eröffnet wurden, haben die Naturfreunde Infotafeln aufgestellt, Faltblätter veröffentlicht und eine Internetseite erstellt, auf der Interessierte nähere Informationen zu den Strecken finden können.

Insgesamt acht Wanderwege mit einer Länge zwischen fünf und 17 Kilometern haben die Naturfreunde ausgewählt. Sie führen beispielsweise durch die Schluchten der Märkischen Schweiz, das Biesenthaler Becken, die Oderberger Endmoräne oder einmal um die Insel Buhnenwerder herum. Dazu kommen zwei Radwege: Eine 35 Kilometer lange Strecke soll botanische Seltenheiten im Lebuser Land zeigen, die andere schlängelt sich auf 40 Kilometern durch die Drahendorfer Spreeniederung. Ziel der Routen ist es laut Herzog, in dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der biologischen Artenvielfalt Verständnis für Natur und Artenvielfalt zu wecken. Zu Schaden kommen soll die Natur auf den Strecken aber nicht. Die folgen überwiegend öffentlichen Wegen.

Angetan von dieser Idee der Umweltbildung, die der Dachverband Naturfreunde International einst entwickelte, zeigte sich auch das brandeburgische Umweltministerium . Es fördert die Natura Trails in diesem Jahr mit 51 000 Euro. Bundesweit einzigartig ist das Brandenburger Wegenetz aber nicht. Auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein haben bereits Wander- und Radwege durch »Natura 2000«-Gebiete ausgewiesen. Und auch anderswo in Europa setzt der Naturschutz auf Natura Trails: In Rumänien beispielsweise können Naturfreunde durch das Donaudelta streifen, im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Österreich durch den Böhmerwald wandern. Besonders beliebt sind die Strecken in Österreich: Die Alpenrepublik hat gar 22 Routen im Angebot.

Mehr im Internet: www.naturatrails-brandenburg.de

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