Seltene Erden doppelt so teuer

Autobauer Toyota will Rohstoffbedarf senken

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Peking/Tokio (AFP/ND). Die Preise der für zahlreiche Schlüsseltechnologien wichtigen seltenen Erden aus China haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Sie seien von Januar bis November um 130 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen, teilte das Handelsministerium in Peking am Dienstag mit. Zudem stiegen die Exporte der Mineralien in der gleichen Zeit demnach um 14,5 Prozent. Die Volksrepublik führte dem Ministerium zufolge damit 35 000 Tonnen seltener Erden aus – fast 5000 Tonnen mehr, als die Quote für das Gesamtjahr 2010 eigentlich vorsah.

Seltene Erden sind für Zukunftstechnologien wie Internethandys, Hybridautos oder Windräder zentral. China, das aktuell mehr als 95 Prozent dieser Rohstoffe fördert, hatte die Ausfuhr zuletzt eingeschränkt. Gegenüber Japan hatte Peking diese in einem Grenzstreit als politisches Druckmittel verwendet. Das Land betonte wiederholt, dass der Abbau der Mineralien nachhaltiger geschehen müsse und daher höhere Umweltschutzstandards berücksichtigt werden müssten. Von Januar bis November gingen den Zahlen zufolge 86 Prozent der Exporte in die EU, die USA und nach Japan.

Als Reaktion auf die Probleme arbeitet der japanische Autobauer Toyota an einem neuen Typ von Elektroauto, der den Konzern unabhängiger von seltenen Rohstoffen machen könnte. »Der Motor, den wir entwickeln, würde unseren Bedarf an Magneten verringern«, sagte ein Toyota-Sprecher am Dienstag.

Berichten zufolge will der Autobauer Motoren entwickeln, die vom Prinzip her einem Elektromotor in einem Küchengerät ähneln. Diese nutzen über elektrische Induktion erzeugte Magnetfelder statt sogenannte Dauermagneten. Dies würde Experten zufolge den Bedarf an seltenen Metallen wie Neodym verringern. Toyota ist führend bei Hybridautos, die mit einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor fahren. 2012 will der Konzern auch ein komplett stromgetriebenes Auto auf den Markt bringen.

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