Kein Aufklärer

Es klingt nach einer guten Nachricht: Der Prozess gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders wegen mutmaßlicher Aufstachelung zum Hass gegen Muslime wird fortgesetzt. Doch den Vorsitzenden der Freiheitspartei PVV, die im niederländischen Parlament die drittstärkste Kraft ist, beeindruckt das herzlich wenig. Vielmehr nutzt er die mediale Aufmerksamkeit, die das Gerichtsverfahren begleitet, um seine antiislamische Hetze weiter verbreiten zu können. Als das Bezirksgericht in Amsterdam vor Kurzem den Antrag auf Einstellung des Verfahrens abgewiesen hatte, erschien zeitgleich ein Beitrag von Wilders in dem Magazin »HP/De Tijd«. Darin beschreibt er den Propheten Mohammed als blutrünstigen und hirnkranken Verbrecher. Wilders Ziel ist es, eine Debatte über den »wahren Charakter Mohammeds« zu entfachen. Muslimen könne somit geholfen werden, sich von ihrem Glauben zu lösen. Der Populist will sich also vordergründig als Aufklärer profilieren und nicht als Feind der Muslime. Dass Wilders den Propheten aber ausschließlich dämonisiert und den wissenschaftlichen sowie kulturellen Fortschritt, der einst mit der von Mohammed forcierten Ausbreitung des Islam im arabischen Raum zunächst einherging, nicht beleuchtet, macht deutlich, dass ihm eher am Schüren von Vorurteilen als an Aufklärung gelegen ist.

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