Lokführer beenden Streik bei der ODEG

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin (dpa). Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat in der Nacht zum Sonnabend nach zwei Tagen ihren Streik bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) beendet. Das bestätigte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall. Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft fuhren am Sonnabend auf den meisten Strecken die Züge wieder nach dem normalen Fahrplan. Nur auf der Linie OE 36 zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin-Schöneweide gelte zunächst weiterhin ein Notfahrplan. Dort seien die GDL-Lokführer ausgesperrt.

Die Ausstände hatten insgesamt 48 Stunden gedauert. Nach GDL-Angaben beteiligten sich etwa 70 Prozent der Lokführer an der Arbeitsniederlegung. Im Zuge des Streiks mussten sich Reisende in Berlin und Brandenburg auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Ziele des Streiks sind bessere soziale Absicherungen und ein höheres Gehalt.

Nach GDL-Ansicht soll die ODEG den Tarifkonflikt nicht länger eskalieren lassen und sich wieder an den Verhandlungstisch setzen. »Wir werden solange streiken, bis der Arbeitgeber bereit ist, mit einem substanziellen Angebot zu kommen«, kündigte Nachtigall an. Das bedeute nicht nur drei Prozent mehr Gehalt, sondern die Übernahme des Rahmentarifvertrages. Der GDL zufolge gibt es bei der ODEG gravierende Unterschiede beim Einkommen. Demnach liegen die Löhne rund 30 Prozent unter dem Niveau der einheitlichen Rahmenregelungen.

Seitens der ODEG hieß es, man lasse sich von der Gewerkschaft nichts diktieren. Man sei verhandlungsbereit, es hänge von der Gewerkschaft ab, ob es zu Gesprächen komme. Die Forderung nach der Übernahme des Rahmentarifvertrages könne die Geschäftsführung aber nicht akzeptieren, sagte eine Sprecherin. Die GDL will einheitliche Tarifstandards für die etwa 26 000 Lokführer der gesamten Bahnbranche erzwingen. Für die 20 000 Lokführer der Deutschen Bahn ist der Rahmentarifvertrag schon seit April unter Dach und Fach. Im Tarifkonflikt mit den Bahn-Konkurrenten ist die Gewerkschaft dazu übergegangen, Streiks nur noch kurzfristig bekannt zu geben.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal